Der Vaterschaftsprozess des Joseph Zimmermann

Gepostet von:  Jörg Sanner

Veröffentlicht am 29.10.2015

Eine Komödie aus dem Jahre Null der Zeitrechnung

"Heute ordnen zwar einige katholische Theologen Jesus und seine Geschwister noch immer zwei oder drei verschiedenen Müttern zu. Andere aber halten sich an die Bibel und nicht mehr ans Dogma: Bei ihnen ist Maria eine kinderreiche Mutter." (Der Spiegel)

Diesem Stoff widmet sich der israelische Meister der Satire auf eigene, unnachahmliche Art in dem Stück: Der Vaterschaftsprozess des Joseph Zimmermann. Hier erleben wir, wie Gott, auch Herr Imhimmel genannt, von Joseph angeklagt wird, der Vater des Kindes zu sein, das seine Frau Maria fünf Monate vor Prozeßbeginn zur Welt gebracht hat. Weil die Blutuntersuchung zu keinem schlüssigen Ergebnis hinsichtlich der Vaterschaft führt, versucht man, zur Klärung des Sachverhalts mit Hilfe von Zeugen wie dem Erzengel Gabriel und den drei Weisen zu gelangen, die allerdings nur wenig dazu beitragen können. Auch der Heilige Geist und die Evangelisten Lukas und Johannes, die sich nach anfänglichen gegenseitigen Komplimenten bald in den Haaren liegen, steigern die Verwirrung nur. Im folgenden tritt der schon vielfach beschworene Teufel auf, von dem die Anklage "eine detaillierte Beschreibung des brutalen Charakters des Herrn Imhimmel" erwartet.

Aber schließlich kommt der vertrackte Fall doch noch zu einer unerwarteten Lösung ...
Uraufführung:
11.11.1998 | Tribüne, Berlin
Regie: Ephraim Kishon

Quelle: www.youtube.de

"Ephraim Kishons brillante Auseinandersetzung mit der ewigen Frage nach der Herkunft von Gottes Sohn: In dieser köstlichen Gerichtskomödie aus dem Jahre Null treten die Ankläger Maria und Josef und Zeugen wie der Erzengel Gabriel, die Drei Weisen, der Heilige Geist, Lukas, Johannes und sogar der Teufel auf. Die Paraderolle des Angeklagten aber spielt ein altersloser, ehrwürdiger alter Herr, auch Gott Im Himmel genannt...

Kishons Theaterstücke gehören seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten auf den deutschsprachigen Bühnen, denkt man nur an 'Es war die Lerche', 'Der Trauschein', 'Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht' oder seinen Musical-Hit 'Sallah'. Ephraim Kishons Bühnenwerk 'Der Vaterschaftsprozeß des Zimmermanns Josef' markiert einen Höhepunkt in seinem dramatischen Schaffen. Kishon hat ein ewiges Thema in den Mittelpunkt seiner Komödie gestellt, und das turbulente Geschehen im Gerichtssaal ist Vorwand für seine mit tiefgründigem Humor geführte Auseinandersetzung mit all den Fragen, die sich die Menschen stellen, seit Moses die Zehn Gebote von dem Allmächtigen empfing.

Kishon weiß schließlich, wovon er spricht, denn er ist ein exzellenter Kenner der Heiligen Schrift und schreibt seine Werke in der Sprache der Bibel. Für jeden humorvollen Kishon-Fan und natürlich für bibelinteressierte Leser ist diese herrliche Komödie einfach ein Muß. Die Uraufführung des Stückes erlebte 1999 im Berliner Theater 'Tribüne' in der Inszenierung des Autors bereits 120 Vorstellungen."