Habemus Papam – Ein Papst büxt aus

Habemus Papam – Ein Papst büxt aus (Originaltitel: Habemus Papam) ist eine italienisch-französische Tragikomödie des italienischen Regisseurs Nanni Moretti. Der Film aus dem Jahr 2011 handelt von einem neu gewählten Papst, der sich dem Amt nicht gewachsen fühlt.

Inhalt

Unter großer öffentlicher Anteilnahme ist der Papst verstorben (eingeschnitten sind Archivbilder der Trauerfeierlichkeiten für Johannes Paul II.) und die Kardinäle aus aller Welt versammeln sich in der Sixtinischen Kapelle, um unter striktem Ausschluss der Öffentlichkeit aus ihrer Mitte einen neuen Papst zu wählen. Nach mehreren erfolglosen Wahlgängen wird der Außenseiter Kardinal Melville gewählt, der unter dem Eindruck der außergewöhnlichen Situation die Wahl annimmt. Doch in der unmittelbaren Folge befallen Melville, eher von stillem Charakter, tiefe Zweifel an seiner inneren Berufung zum Papstamt. Als seine Verkündung auf dem Balkon des Petersdoms bereits begonnen hat, bricht Melville beim „Habemus papam“, der Proklamation des Wahlergebnisses, mit lautem Schrei zusammen. Ratlosigkeit befällt die Kardinäle wie auch die ahnungslose Weltöffentlichkeit.

Da der neue Papst noch nicht verkündet wurde, bleibt das Konklave, also die Abgeschlossenheit des Kardinalskollegiums von der Außenwelt, bestehen. Ein berühmter Psychoanalytiker, Professor Brezzi, wird hinzugezogen, um den nervösen und verzweifelt-verschlossenen Melville zu behandeln, ihm über seine psychische Krise hinwegzuhelfen und ihn so zur Annahme des Amtes zu bewegen. Doch zunächst ohne Erfolg. Der Vatikansprecher vertröstet derweil die Presse.

Unter größter Geheimhaltung und in Zivilkleidung verlässt Melville in Begleitung des Vatikansprechers und einiger Leibwächter den Vatikan, um Brezzis Ex-Frau, ebenfalls Psychoanalytikerin, in deren Praxis in Rom aufzusuchen. Auf dem Rückweg gelingt es Melville, seinen Begleitern zu entwischen und sich unter das Volk zu mischen.

Brezzi, der jetzt ebenfalls dem Konklave unterliegt, und der Vatikansprecher beginnen nun, auch den Kardinälen etwas vorzuspielen: Ein Schweizergardist wird in die päpstlichen Gemächer einquartiert mit dem Auftrag, gelegentlich hinter den Vorhängen hin und her zu gehen und so die Anwesenheit des Papstes vorzutäuschen. Brezzi obliegt die Aufgabe, die bereits murrenden Kardinäle zu beschäftigen. Zu diesem Zweck veranstaltet er ein Volleyballturnier und teilt dazu die Kardinäle entsprechend ihrer Herkunft in Mannschaften ein.

Währenddessen streift Melville als sympathischer älterer Herr unerkannt durch Rom, freundet sich mit Leuten an und spürt der Schauspielerei nach, da er als junger Mann Schauspieler werden wollte und erst nach erfolglosen Anläufen im Schauspielgewerbe die Priesterlaufbahn einschlug. Schließlich wird er in einem Theater aufgespürt, während die Schauspieltruppe, mit der er sich angefreundet hat, Die Möwe von Anton Tschechow aufführt.

Unter allgemeiner Erleichterung wird die Verkündung des Papstes vor der Weltöffentlichkeit nachgeholt. In seiner Antrittsrede erklärt der neue Papst allerdings in nüchternen Worten, dass es ihm leidtue, dass er keine Eignung und Berufung für das Papstamt verspüre und deswegen zurücktrete, um eine neue Wahl zu ermöglichen. Die Rede wird von den Kardinälen und der Menge auf dem Petersplatz mit Erschütterung aufgenommen.

Hintergrund

Die Dreharbeiten erfolgten zu großen Teilen in den Filmstudios von Cinecittà, da der Vatikan keine Dreharbeiten in seinen Hallen genehmigte. Um die Botschaft des Films zu vermitteln und inspiriert von der Bildwelt der katholischen Kirche erfand der Regisseur deshalb seinen ganz eigenen Vatikan. Dabei wurde auf den Setaufbau im Studio, auf die Ausstattung der Kostüme und die Auswahl der Drehorte große Sorgfalt verwandt, um alles so authentisch wie möglich wirken zu lassen.

Rezeption

Kritiken

Dörthe Gromes von der Zeit.de schreibt: „Es geht Moretti in Habemus Papam nicht um skandalöse Enthüllungen aus dem Innenleben des Vatikans, Pro oder Kontra Papst bleibt nebensächlich. Vielmehr interessiert ihn das Verhalten eines Menschen, der die ihm zugedachte Rolle nicht annehmen kann. Damit greift der Film eine simple Tatsache auf, die im medialen Diskurs in der Regel untergeht: Auch in den höchsten Ämtern sitzen nur Menschen mit all ihren Unzulänglichkeiten.“

    „Der Film nimmt das höchste Amt der katholischen Kirche als Folie, um mit augenzwinkerndem Humor von einem Menschen zu erzählen, der angesichts seiner Berufung von Angst geplagt wird und erst Kraft findet, als er in der Gemeinschaft einfacher Leute aufgeht. Auch wenn der Film nicht in psychologische Tiefen vorstößt, glänzt er mit Momenten tiefer Menschlichkeit, wobei er vor allem von seinem großartigen Hauptdarsteller getragen wird.“-– Lexikon des internationalen Films

(Auszüge aus Wikipedia)

Quelle: www.wikipedia.org

Erscheinungsdatum: 8. Dezember 2011 (Deutschland)

Regisseur: Nanni Moretti

Deutscher Titel: Habemus Papam – Ein Papst büxt aus

Produktion: Nanni Moretti; Jean Labadie; Domenico Procacci

Musik komponiert von: Franco Piersanti

HABEMUS PAPAM - Ein Papst büxt aus - Trailer (Full-HD) - Deutsch / German

Gepostet von:  20th Century Studios DE

Veröffentlicht am 26.09.2011

Die Kirchenglocken läuten, weißer Rauch steigt in den Himmel und Abertausende auf dem Platz vor dem Petersdom harren in froher Erwartung. Aber Kardinal Melville (Michel Piccoli) ist panisch. Man hat ihn zum Papst gewählt. Was soll er bloß tun? Er kann sich der Welt nicht zeigen - und tut es auch nicht. Schnell ist die ganze Welt in Sorge, während der Vatikan verzweifelt nach Lösungen sucht. Wie der Papst selbst auch, nur eben auf seine Art: Er büxt aus....

HABEMUS PAPAM ist ein sanftes und irre witziges Portrait darüber, dass man Angst und Zweifel haben und sie zeigen darf. Moretti kombiniert die bizarren, surrealen Bilder des Vatikans und seiner Kardinäle mit den poetischen Situationen Melvilles "lost in Rome" und liefert eine einfühlsame und gleichzeitig komische Analyse über Fassungslosigkeit und Selbstkritik. Nanni Moretti ist zurück! Berühmt-berüchtigt für seine Gesellschaftskritik widmet sich der Regisseur einem Film, dessen Thema er vor dem Hintergrund der katholischen Kirche erzählt und führt uns hinter die Kulissen des Vatikans bis hinein in den geheimsten Ort überhaupt: dem Konklave!

Mit einem großartig sanften Michel Piccoli, dessen Kardinal Melville ebenso viel Verletzlichkeit wie Würde ausstrahlt, zeigt Nanni Moretti ("Liebes Tagebuch", "Das Zimmer meines Sohnes") uns das Oberhaupt der katholischen Kirche von einer ganz und gar ungewohnten Seite: der menschlichen. Sein Papst, der keiner sein will, lässt die Welt für einen Moment stillstehen und führt nicht ohne sanfte Ironie vor, wie viel Kraft und Mut es kostet, einer großen Aufgabe mit Demut und Zweifeln anstatt mit Machtversessenheit und Pragmatismus zu begegnen. Ein berührender und zärtlicher, nachdenklicher und zugleich unwiderstehlich komischer Film. Seit seinem Kinostart am 15. April ist HABEMUS PAPAM in Italien zu einem Sensationserfolg geworden! Bereits nach 2 Monaten hat der Film über 1 Mio. Zuschauer begeistert. Bei der Nastro d'Argento-Verleihung, dem Filmpreis der italienischen Filmkritiker gewinnt, HABEMUS PAPAM insgesamt acht Preise, darunter auch Bester Film und Beste Regie. Erst kürzlich wurde HABEMUS PAPAM auch von der Ausländischen Presse in Italien mit dem Globo d'oro, als Bester Film ausgezeichnet. Zu einem wahren Triumph wurde die Vorführung im Wettbewerb der diesjährigen Filmfestspiele von Cannes, wo der Film vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert wurde.

An der Seite von Michel Piccoli brillieren Nanni Moretti als Psychoanalytiker, der vom Pressesprecher des Vatikan zu Hilfe gerufen wird, sowie Italiens Kinostar Margherita Buy ("Tage und Wolken", "Liebe und andere Katastrophen", "Handbuch der Liebe"). Morettis Film hat viele überrascht, denn insbesondere der Vatikan sah dem Werk Morettis mit Skepsis entgegen. Umso überraschter waren viele Geistliche, dass sie nicht etwa einen kirchenfeindlichen Film zu sehen bekamen, sondern auf hochunterhaltsame Weise in die zutiefst menschliche Dimension des Konklaves, seiner Kardinäle und insbesondere des Heiligen Vaters selbst blicken konnten.

Quelle: www.youtube.de

Habemus Papam - ganzer Film

Gepostet von: YouTube-Filme

Veröffentlicht am 15.01.2013

Gebührenpflichtig

Die Geschichte vom Papst, der nicht Papst sein will.

Die Kirchenglocken läuten, weißer Rauch steigt in den Himmel und Abertausende auf dem Platz vor dem Petersdom harren in froher Erwartung. Doch Kardinal Melville ist panisch. Man hat ihn zum Papst gewählt. Was soll er bloß tun? Er kann sich der Welt nicht zeigen -- und tut es auch nicht. Schon bald ist die ganze Welt in Sorge, während der Vatikan verzweifelt nach Lösungen sucht. Wie der Papst selbst auch, nur eben auf seine Art: Er büxt aus...

Ein berührender und zärtlicher, nachdenklicher und zugleich unwiderstehlich komischer Film, der in Italien und Frankreich zum Sensationserfolg wurde.

Quelle: www.youtube.de