Die göttliche Ordnung

Die göttliche Ordnung ist ein schweizerisches Filmdrama von Petra Volpe, die auch das Drehbuch zum Film schrieb. Ein Kinostart in der Schweiz war am 9. März 2017, in Deutschland und Österreich am 3. August 2017.

Handlung

Die junge Hausfrau und Mutter Nora wohnt 1971 mit ihrem Ehemann Hans, ihren zwei Söhnen sowie dem missmutigen Schwiegervater Gottfried in einem kleinen, friedlichen Dorf im Appenzellerland. Dort, in der Schweizer Idylle, ist fast gar nichts oder nur wenig von den sozialen Umwälzungen auf der Welt zu spüren, die sich seit der 68er-Bewegung ereignen, und auch Noras Leben blieb davon unberührt. Ganz im Gegenteil: Es herrscht die Meinung, Emanzipation sei ein Fluch, eine Sünde der Natur und gegen die göttliche Ordnung.

Als Nora wieder anfangen möchte zu arbeiten, verweigert ihr Mann die Erlaubnis und beruft sich dabei auf das Ehegesetz, das die Frau verpflichtet, sich um den Haushalt zu kümmern. Obwohl sie ein ruhiger Mensch ist, der sich alles gefallen lässt, erwacht jetzt Noras Widerstand. Sie beginnt feministische Literatur zu lesen, enge Jeans und wilden Pony zu tragen und besucht mit anderen Dorffrauen in Zürich eine Frauendemo sowie einen Workshop für sexuelle Befreiung. Ihre Mitstreiterinnen sind Vroni, die ehemalige Wirtin des Gasthofs Bären, die neue Pächterin Graziella aus Italien sowie die Bäuerin Theresa. Deren jugendliche Tochter Hanna wird von der Vormundschaftsbehörde in ein Erziehungsheim gesteckt, weil sie Cannabis konsumiert und mit Männern herumhängt.

Als sie sich, öffentlich und kämpferisch, für das Stimmrecht der Frauen in der Schweiz einsetzen und zu einem Streik aufrufen, gerät der Dorf- und Familienfrieden gehörig ins Wanken. Vroni verstirbt während der Streikaktion, verärgert über das Eingreifen wütender Männer. An der Trauerfeier in der Kirche ergreift Nora das Wort, um Vroni als mutige Frau zu würdigen, die von der Männerwelt ungerecht behandelt wurde. Für sie bedeutet der göttliche Plan, dass alle Menschen gleichberechtigt sind. Hans, dem die Trennung von seiner Frau zu schaffen machte und der den völlig verzweifelten Bauer Werner vor dem Suizid bewahrte, zeigt sich daraufhin versöhnlich. Am 7. Februar 1971 stimmt auch in dem kleinen Appenzeller Dorf eine knappe Mehrheit fürs Frauenstimmrecht.

Produktion

Regie führte Petra Volpe, die auch das Drehbuch zum Film schrieb. Der Regisseurin zufolge zeigt ihr Film keine Schwarz-Weiss-Welt, in der die Männer die Täter und die Frauen die Opfer sind, sondern auch, wie die Männer irgendwie in dieser Welt kleingehalten werden. Im Film sagt die Erbin einer Sägerei, die als einzige Frau im Dorf etwas zu sagen hat: „Frauen in der Politik, meine Damen, das ist schlichtweg gegen die göttliche Ordnung“, eine Aussage auf die sich der Titel des Films bezieht. Die Schweiz, eine der ältesten Demokratien der Welt, war einer der letzten europäischen Staaten, die das Frauenwahlrecht einführten.

Die in Berlin geborene Schauspielerin Marie Leuenberger ist in der Hauptrolle der Schweizer Hausfrau Nora zu sehen. Maximilian Simonischek spielt ihren Ehemann Hans.

Der Film erhielt von der Aargauer Kuratorium Kulturförderung des Kantons Aargau eine Produktionsförderung in Höhe von 100’000 CHF.

Die Dreharbeiten fanden von 22. Februar 2016 bis 1. April 2016 in den Ostschweizer Orten Trogen, Rehetobel, Gais, Herisau, Heiden, Rheineck und Flawil statt.

Der Film feierte am 9. März 2017 im deutschsprachigen Teil der Schweiz seine Premiere und kam am 3. August 2017 in die deutschen Kinos. Im April 2017 wurde Die göttliche Ordnung beim Tribeca Film Festival vorgestellt, im Juni desselben Jahres lief der Film beim Sydney Film Festival. Im August 2017 wurde Die göttliche Ordnung am Internationalen Filmfestival von Locarno in der Sektion Panorama Suisse gezeigt und am 15. April 2018 beim Belfast Film Festival.

Rezeption

Kritiken

Bislang überzeugte der Film 84 Prozent aller Kritiker bei Rotten Tomatoes.

In der Tiroler Tageszeitung heisst es, Petra Volpe gehe differenziert vor, zeige eine Antistimmrechtsaktivistin als Antagonistin und auch Männer als Leidtragende starrer Geschlechterrollen. Dort heisst es weiter, jede der fiktiven Figuren stehe für eine bestimmte Form der Willkür, der die Schweizer Frauen durch die Männer ausgesetzt waren: „Nora kann ohne die Zustimmung ihres Ehemanns weder Geld ausgeben noch einen Job annehmen, die ehemalige Wirtin Vroni ist nach dem Tod ihres schlecht wirtschaftenden Mannes mittellos und – besonders schockierend – Noras jugendliche Nichte wird wegen ihres ‘wilden’ Lebensstils von der Vormundschaft in ein Erziehungsheim eingewiesen.“

Marc Reichwein von Welt Online meint, die Entwicklung der Protagonistin habe Scherz, Satire, Ironie und sogar tiefere Bedeutung, doch die Nebenfiguren neigten zur Karikatur. Zudem bleibe der Plot insgesamt zahm und es werde eine Sittengeschichte erzählt, die sich heute vermutlich auch alle Herren, die einstmals gegen Frauenrechte knurrten, gefällig ansehen könnten. Reichwein bemängelt zudem, dass der Film in Deutschland in steifer Hochdeutsch-Synchronisation statt in untertitelter Schweizer Mundart gezeigt wird, trage nicht zum Vertrauen in die Dialogfertigkeit des helvetischen Kinos bei, weshalb dieser unterm Strich trotz tollen Settings und gut besetzter Figuren mehr Fernsehfilm als ganz großes Kino bleibe.

Anita Fetz von der Zeit schreibt, der sei nicht zuletzt deshalb ein wichtiger Film, weil die jüngere Generation kaum mehr etwas über diese Kämpfe wisse. Auch zeige der Film, dass auch Männer unter der rigiden Rollenverteilung leiden, und dass wo immer es um Frauenrechte gehe, es auch Nattern in Frauengestalt gebe, die vorneweg dagegen wetterten, wie im Film die Vorsitzende des «Aktionskomitees gegen die Verpolitisierung der Frau». Der Film leuchte wie mit dem Brennglas in die reaktionäre, verschlossene Welt der kleinbürgerlichen Schweiz der Nachkriegszeit und besteche durch seine charmant-verspielte, witzige, tragische Inszenierung und seine hervorragenden Schauspielerinnen.

(Auszüge aus Wikipedia)

Quelle: www.wikipedia.org

Erscheinungsdatum: 28. Juni 2017 (Deutschland)

Regisseurin: Petra Biondina Volpe

Drehbuch: Petra Biondina Volpe

Besetzung: Marie Leuenberger, Max Simonischek, u.a.

Produzenten: Sarah Bossard, Reto Schärli, Lukas Hobi

Die göttliche Ordnung - Trailer Deutsch

Gepostet von: KinoCheck

Veröffentlicht am 20.06.2017

Offizieller "Die göttliche Ordnung" Trailer Deutsch German 2017

Schweiz, 1971: Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die mit ihrem Mann, den zwei Söhnen und dem missmutigen Schwiegervater in einem beschaulichen Dorf im Appenzell lebt. Hier ist wenig von den gesellschaftlichen Umwälzungen der 68er-Bewegung zu spüren. Die Dorf- und Familienordnung gerät jedoch gehörig ins Wanken, als Nora beginnt, sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen, über dessen Einführung die Männer abstimmen sollen. Von ihren politischen Ambitionen werden auch die anderen Frauen angesteckt und proben gemeinsam den Aufstand. Beherzt kämpfen die züchtigen Dorfdamen bald nicht nur für ihre gesellschaftliche Gleichberechtigung, sondern auch gegen eine verstaubte Sexualmoral. Doch in der aufgeladenen Stimmung drohen Noras Familie und die ganze Gemeinschaft zu zerbrechen.

Quelle: www.youtube.de

Die göttliche Ordnung - Gespräch mit Regisseurin Petra Biondina Volpe

Gepostet von:  matztv

Veröffentlicht am 09.08.2017

Wir haben den Film auf dem Filmfest München schon vor dem Kinostart gesichtet und besprochen. Unser Fazit: Unbedingt sehenswert!

Quelle: www.youtube.de

Die göttliche Ordnung - ganzer Film

Gepostet von: YouTube-Filme

Veröffentlicht am 30.11.2017

Gebührenpflichtig

Quelle: www.youtube.de