Dr. Schmidt-Salomon: Leitkultur Humanismus und Aufklärung - Wie christlich sind unsere Werte?

Gepostet von: omit relgion

Veröffentlicht am 03.07.2012

Vortrag auf der Veranstaltung "Säkularer Staat und religöse Werte". Von: Wolfgang Killinger, Florian Laber

Tagung der Humanistischen Union e.V. München-Südbayern, die am 29.11.08 in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung e.V. im Gasteig München stattfand.

Musik: Klaus der Geiger und die Straßenmusikanten - Flughafen Wahn
Filmschnitt: Dragan Pavlovic, mit Fotoimpressionen von der Atheistentagung in Köln Mai 2012 und einigen Fotos von Schriften der Humanistischen Union.

In verschiedenen Zusammenhängen werden von wertkonservativen Kreisen, vor allem von den Kirchen, Thesen verfochten, die einer Zementierung historisch bedingter Privilegien der beiden christlichen Kirchen und dem Monopolanspruch auf gesellschaftliche Werte gleichkommen würden.
Solche Thesen lauten z.B.:
- Die abendländische Gesellschaft fußt allein auf christlichen Grundwerten
- Ohne Religion kann es keinen Wertekonsens geben
- Ein weltanschaulich neutraler Staat darf selbst keinen Werteunterricht erteilen.
Eine andere These hat ähnlich große Verbreitung gefunden: "Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann." Sie stammt vom ehemaligen Verfassungsrechtler Böckenförde. Diese Behauptung, die auch als „Böckenförde-Diktum" bekannt ist, dient heute zur Begründung von Partnerschaften zwischen Staat und Kirchen, sei es bei der Erziehung, bei der Gesetzgebung und nicht zuletzt bei der Alimentierung der Religionsgesellschaften.
Während der Tagung sollen diese Thesen aus humanistischer und  verfassungsrechtlicher Sicht kritisch überprüft werden. Und es soll gezeigt werden, wie anhand von religionsneutralen und universellen Prinzipien ein Wertekonsens, also eine Ethik für alle, erreicht und vermittelt werden kann.
Dies ist dringend nötig, weil die Gesellschaft in Deutschland heute durch einen weltanschaulichen und religiösen Pluralismus gekennzeichnet ist, der sich in einer Vielfalt individueller Lebensformen mit persönlichen Sinnentwürfen spiegelt: Bereits 2005 bildeten die Konfessionslosen mit 32,2 Prozent die größte Gruppe, während 31,0 Prozent der katholischen und 30,8 Prozent der evangelischen Kirche angehörten. 3,9 Prozent waren muslimischen Glaubens.

Quelle: www.youtube.de