Das Fliegende Spaghettimonster (englisch Flying Spaghetti Monster, kurz: FSM) ist die Gottheit einer im Juni 2005 vom US-amerikanischen Physiker Bobby Henderson begründeten Religionsparodie, die als Verteidigung der Evolutionslehre entstand. Die von Henderson verfasste Glaubenslehre war als Persiflage der kreationistischen Pseudowissenschaft Intelligent Design gedacht, die damals auf Betreiben der Intelligent-Design-Bewegung gleichberechtigt neben der Evolutionstheorie im Biologieunterricht mehrerer US-amerikanischer Schulbezirke gelehrt werden sollte. Da der Kreationismus keinen bestimmten Gott als Schöpfer nennt, argumentierte Henderson, es handele sich dabei nicht um den christlichen, sondern um seinen Gott, das Fliegende Spaghettimonster. Der Vorlage etablierter Religionen folgend wurden als Teil der Religionskritik in den folgenden Jahren kirchliche Strukturen und Gemeinden in verschiedenen Ländern aufgebaut und auch die staatliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft angestrebt und teils erlangt.

Die englische Selbstbezeichnung lautet Flying Spaghetti Monsterism. Außerdem ist die Bezeichnung Pastafarianismus (ein Kofferwort aus Pasta und der Rastafari-Bewegung) verbreitet, ihre Mitglieder bezeichnen sich selbst als Pastafaris.

Der Name des fliegenden Spaghettimonsters rührt von seiner Ähnlichkeit mit einer großen Portion Spaghetti mit Fleischbällchen (Spaghetti with meatballs) und Stielaugen her. Statt von der „Hand Gottes“ sprechen Pastafaris von His Noodly Appendage („Seinem Nudeligen Anhängsel“).

Idee und Verbreitung

Der Anlass für die Gründung dieser Religion war die öffentliche Diskussion um die Unterrichtung von Intelligent Design im Biologieunterricht an US-amerikanischen Schulen. Unter Verweis auf das – gerade auch von den Verfechtern des Intelligent Designs verwendete – Argument der Gleichberechtigung und der bisher nicht erfolgten Widerlegung der Argumente des Intelligent Designs (Argumentum ad ignorantiam) forderte Henderson in einem offenen Brief an die Schulbehörde von Kansas, auch seine Glaubenslehre müsse wie die kreationistische im Unterricht vermittelt werden dürfen. Diese Forderung ist als Parodie zu verstehen und soll zeigen, dass religiöse Inhalte im naturwissenschaftlichen Unterricht nichts zu suchen haben, völlig ungeachtet des persönlichen Glaubens.

Seitdem gewinnt die Religionsparodie der Pastafaris stetig an Sympathisanten. Die Aktion hat sich zu einem soziokulturellen Phänomen entwickelt. Dutzende Weblogs trugen zur weiteren Verbreitung bei. Ebenfalls Aufsehen erregen die enormen Preisgelder, die auf eine Widerlegung der Idee ausgelobt werden. Eine bestehende Wette des Kreationisten Kent Hovind[5] parodierend, schreibt der Blog Boing Boing:

    “We are willing to pay any individual *$ 250,000 if they can produce empirical evidence which proves that Jesus is not the son of the Flying Spaghetti Monster.”

    „Wir sind bereit, jedem 250.000 US-Dollar zu zahlen, der empirische Beweise erbringen kann, dass Jesus nicht der Sohn des Fliegenden Spaghettimonsters ist.“

– Boing Boing’s $ 250,000 Intelligent Design challenge

Das Preisgeld wurde inzwischen auf über eine Million Dollar erhöht. Es geht hier jedoch nur darum, das Prinzip der Unmöglichkeit eines solchen Beweises zu unterstreichen: Es ist keine Glaubenslehre der Pastafaris, dass Jesus der Sohn des Fliegenden Spaghettimonsters sei.

Nach Angaben der Ersten Vereinigten Kirche des fliegenden Spaghettimonsters in Deutschland gibt es weltweit „inzwischen […] mehr als 10 Millionen Gläubige bei steigender Tendenz.“

(Auszüge aus Wikipedia)

Quelle: www.wikipedia.de