Die Ungläubigen

Mit den Ungläubigen habe ich meine Probleme.

Einerseits sind sie Kandidaten für die Hölle, andererseits liebe ich alle Menschen. Das ist mein Job. So steht es in meiner Stellenbeschreibung.

Mein Papa hätte damit keine Probleme. Er hätte sie alle nach kurzen Prozess in die Höhle geschickt.

Einmal war er so aufgeregt, dass er alle Menschen ausrotten liess, außer diesen Noah, so hieß der Mann glaube ich, und seine Familie, nur die haben überlebt. Sonst kam die ganze Welt zu Schaden. Kollateralschaden eben…

Bei mir fängt das Problem an, wenn ich sehe, dass viele Ungläubige bessere Menschen sind als die Gläubigen. Soll ich die Ungläubigen verteufeln, nur weil sie nicht an mich glauben, aber doch in meinem Sinne handeln. Quatsch! Es ist doch wichtig, dass sie sich vernünftig benehmen.

Die Ungläubigen werden schon rechtzeitig erfahren, dass es mich doch gibt. Die werden dann große Augen machen, aber das ist das kleinste Problem.

Andererseits kann ich Ungläubige sehr gut verstehen, wenn sie sehen, wer sich so alles als gläubig bezeichnet. Es sollte niemanden wundern, dass sie mit solchen Gläubigen und gleichfalls mit deren Gott nichts zu tun haben wollen.

Ich kann nur sagen, solche Ungläubige habe ich lieber. Diesbezüglich bleibt mir noch viel Überzeugungsarbeit bei meinem Vater.

Amen.