Trinität - War der Gott Christus schon vor der Geburt Jesu da?

Auf den ersten Blick eine ketzerische Frage, aber sie ist berechtigt.

Wenn wir uns mit der Heiligsten Dreifaltigkeit (Dreieinigkeit, Trinität - lat. Trinitas), die "das zentrale Glaubensgeheimnis des christlichen Glaubens und Lebens ist" (www.kathpedia.com) beschäftigen, kommen wir zwangsläufig zu einer ganzen Reihe von Fragen.

 

Dr. Richard Dawkins fragt sich mit Recht: „Haben wir nun einen Gott in drei Teilen oder drei Götter in einem?“ Diese Frage beantwortet uns die Catholic Encyclopedia mit einem Meisterstück scharfsinniger Argumentation:

"In der Einheit der Gottheit sind drei Personen: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Diese drei Personen sind wirklich voneinander unterschiedlich." Oder mit anderen Worten des Athanasischen Glaubensbekenntnisses: "So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott. Und doch sind es nicht drei Götter, sondern ein Gott."

Als wäre das nicht schon eindeutig genug, zitiert die Encyclopedia auch noch St. Gregorius den Wundertäter, einen Theologen aus dem 3. Jahrhundert:

"Es gibt deshalb in der Dreifaltigkeit nichts Erschaffenes, nichts, das etwas anderem unterliegt: Ebenso gibt es nichts, das hinzugefügt wurde, als hätte es einst nicht existiert und wäre erst später hinzugekommen: Deshalb war der Vater nie ohne Sohn und der Sohn nie ohne den Heiligen Geist: Und diese gleiche Dreifaltigkeit ist für alle Zeiten unwandelbar und unveränderlich."

Trinität ist nirgendwo in der Bibel zu finden. In allen Zeiten bemühten sich die Theologen in der Bibel Hinweise auf die Dreifaltigkeit durch die sog. triadische Formel zu finden... Sogar eine Zeile, mit dem Inhalt „heilig, heilig, heiligJes 6,3 (3) versuchen sie als klaren Hinweis dafür zu interpretieren. Ein schwieriges Unterfangen...

Aus der Trinitätslehre über Gottes Trinität können wir jetzt entnehmen, dass alle drei Personen der Dreifaltigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist, göttlicher Natur sind. Und Gott ist ewig. Diese Eigenschaft müsste allen drei Teilen der Dreifaltigkeit zuzuschreiben sein, oder?

Gibt es Unterschiede in den Göttlichkeiten? Zweiklassengesellschaft oder so ähnlich? Und innerhalb der Trinität ist dann doch der Vater der Tonangebende? Hier könnten wir auch die berechtigte Frage über Monotheismus und Polytheismus stellen. Aber lassen wir das an dieser Stelle weg und bleiben wir dabei: Gott ist dreiteilig, ewig und allmächtig!

Jetzt kann man schlecht davon ausgehen, dass Jesus erst nach dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 zum Gott wurde. Da wurde die Göttlichkeit Jesu dogmatisiert. Der Heilige Geist wurde übrigens erst im Jahre 381 auf dem Konzil von Konstantinopel im vollen Sinne Gott. Aber wir lassen ihn lieber in Ruhe, sonst wird die Sache noch komplizierter. Er hat seine Aufgabe bei der Jungfrau Maria seinerzeit erfolgreich erledigt.

Die Katholische Kirche hat schon einen starken Einfluss überall, besonders der Papst. Aber ich kann mir schlecht vorstellen, dass sie einen großen Einfluss auf Gott Vater ausüben konnten, um seinem Sohn erst nach dem Konzil von Nizäa das Göttliche zu verleihen.

Kann eine Gottheit geboren werden? Diese Frage sollte sich erübrigen, da, wie schon aufgeführt, Gott ewig ist. Und er kann damit, wohl bemerkt, weder geboren werden noch sterben. Also müsste Gottessohn Christus schon vor Jesus Geburt anwesend gewesen sein.

Wie versteht man dann den Gottmenschen Jesus, Sohn der Jungfrau Maria? Wenn Jesus kein wirklicher Mensch war, dann kann er auch nicht gelitten haben, dann hätte er vielleicht nur einen Scheinleib gehabt. Golgatha wäre dann reines Theater gewesen. War er aber ganz Mensch, dann verliert er seine Erlösungsfähigkeit, denn wie soll ein bloßer Mensch die Welt erlösen können?

Und jetzt wird es kompliziert, besonders als Jesus am Kreuz hing. Eine göttliche Eigenschaft ist auch Allmächtigkeit. Wenn die Menschen diese Eigenschaft des öfteren in Frage stellen, hier könnte er mindestens in seiner Sache, Jesus Sache etwas tun. Oder? Er, Gott Christus, lässt stellvertretend den Menschen Jesus am Kreuz echt leiden. (zwei Söhne! Aber darüber später mehr...) Und als Gott kann er nicht leiden! Und Gott Vater hat nur zugeschaut oder war er selbst der einer einziger, aber dreiteiliger Gott zu Werke...? Das soll jemand verstehen. Ich nicht! Mir ist die Gleichung 1 = 3 sowieso schwer beizubringen...

Schalten wir jetzt den Verstand voll aus und schließen wir mit den Worten des evangelischen Theologen Dr. Hans-Martin Barth: "Gottes Trinität ist nicht etwas, was man verstehen muß, sondern etwas, das man nicht verstehen kann."

Und wie Dr. Heinz-Werner Kubitza feststellt, „die Trinitätslehre ist das verzwickteste Scheinproblem der Theologie. Eine Lösung ist nach 1500 Jahren theologischen Nachdenkens einfach nicht mehr zu erwarten. Die Trinitätslehre ist theologische Makulatur, ein geistgeschichtlicher und geistlicher Irrweg, der ausgeht von falschen Prämissen und scheinrationalen Schlüssen nur eine theo-logische, aber keine rationale Welt erschafft."

In jeden Fall, die Juden und Ortodoxe glauben ohne Trinität viel einfacher an ihren Gott...

Literatur:
1. Dr. Philosophie Richard Dawkins: "Der Gotteswahn"
2. Dr. Theologie Heinz-Werner Kubitza: "Der Dogmenwahn", "Der Jesuswahn" und "Der Glaubenswahn"