Jesus und Väterchen Frost haben sich verkracht

am 6. Dezember

Der Dezember hat schon begonnen und die beiden Kontrahenten bemühen sich um das Gelingen ihrer Feste. Da ist Vieles, woran man denken muß, was vorzubereiten ist. Jesus bemüht sich, dass alle Kirchen schön geschmückt sind. Auch die Adventsfeier soll gut organisiert sein. Zu Weihnachten müssen die Krippen aufgestellt, die Beleuchtung installiert, Lieder und Gebete ausgesucht werden. Wer weiß, wie das wäre, wenn man das alles den Menschen überlassen würde.

Auch Väterchen Frost muß für das Neujahrsfest an Vieles denken. Den Schlitten aufputzen, die Hirsche in Topform bringen, Geschenke anschaffen und den Plan der Verteilung an die Kinder vorbereiten. Die Aufgabe wird jedes Jahr schwieriger, da immer mehr Kinder zu beschenken sind.

Bei einer Pause trafen sich Beide in einer Kneipe, um sich ein Bier zu gönnen. Nach dem siebten Bier, konnte sich Jesus nicht zurückhalten und wandte sich an den Väterchen Frost.

"Da es bei dem Klimawandel kaum Frost mehr geben wird, ist dein PR basierend auf Schlitten, Hirschen, Pelz und Schneeflocken bald passé. Du musst dir ein anderes Image zulegen."

"Besser solltest DU deine Geschichte überprüfen. Mutter Jungfrau, Unbefleckte Empfängnis durch Heiligen Geist, Entbindung im Stall zwischen den Tieren, total unhygienisch. Das ist alles nicht mehr zeitgemäß", erwiderte Väterchen Frost.

"Du sollst nicht vergessen, ich bin göttlicher Herkunft und du bist nur ein Fabelwesen“, schoß Jesus zurück.

„Aber die Kinder erfreuen sich immer wieder an meinen Geschenken, die ich durch Schornstein unter den Weihnachtsbaum lege“, sagte Väterchen Frost.

„Ach, unter meinen Baum! Das hättest du gerne. Da bringe ICH die Geschenke, nicht du!“, erhöhte Jesus die Stimme.

In dem Moment betrat ich die Kneipe und sah wie Väterchen Frost aufstand und mit ausgefahrenen Fäusten auf Jesus zuging. Ich konnte ihn rechtzeitig bremsen.

„Kommt, macht hier keinen Quatsch“, versuchte ich sie Beiden zu beruhigen. „Ihr Beide habt doch euere Abnehmer. Die Geschenke für christliche Kinder sollte Jesus unter die Weihnachtsbäume stellen, und du, Väterchen Frost, lege deine Päckchen unter die Neujahrsbäume für atheistische Kinder...“

Jesus: „Aber wie erkenne ich, dass ein Baum – ein Weihnachtsbaum ist?“

Ich: „Da kann ich dir leider nicht helfen. Du bist doch göttlich. Du solltest selbst deine Schäfchen kennen. Und du, Väterchen Frost, du hast es danach einfacher. Der Baum ohne Geschenke ist dann dein Revier...“

Am Tisch in der Ecke saßen St. Nikolaus, St. Martin und der Osterhase. Die hatten gerade eine Pizza bestellt. Sie hatten sich den Vorfall beobachtet und St. Nikolaus sagte: "Bei uns kann so ein Problem nicht entstehen. Unsere Jobbeschreibungen sind ganz klar definiert. Übrigens ich muss los, heute ist der 6. Dezember. Bin schon zu spät."