Dieter Nuhr

Dieter Herbert Nuhr (* 29. Oktober 1960 in Wesel) ist ein deutscher Kabarettist, Komiker, Autor und Moderator.

m Mai 2014 erhielt Nuhr den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache. Die Jury begründete die Ehrung mit den Worten:

    „Dieter Nuhr macht intelligentes Kabarett. Seine Stücke sind wortgewandt, die Pointen treffsicher. Aber er achtet nicht nur sorgfältig auf die sprachliche Qualität dessen, was er sagt: er bringt seinem Publikum auch Sprachkritik nahe und regt es an, über die Wirkung von Sprache nachzudenken“ – Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache.

Leben

Bis zu seinem vierten Lebensjahr wuchs Nuhr in Wesel auf. Danach zog seine Familie nach Düsseldorf, wo er den Rest seiner Kindheit verbrachte. Dort besuchte er das Leibniz-Gymnasium. Von 1981 an studierte er an der Universität-Gesamthochschule Essen (ehemals Folkwang) Bildende Kunst und Geschichte auf Lehramt; 1988 legte er das Erste Staatsexamen ab.

Nuhr hatte seine ersten Bühnenauftritte mit einer Schülertheatergruppe. Während eines Projekts der Theatergruppe am Düsseldorfer Schauspielhaus schrieb er erstmals auch eigene Texte. 1986 gründete er mit seinem Partner Frank Küster das Kabarettduo V.E.V.–K.Barett. Ab 1987 absolvierten sie erste gemeinsame Auftritte mit dem Programm Haben Sie sich Ihre Schranknummer gemerkt?. 1989 entstand das Programm Pralle Pracht, und ab 1990 traten die beiden unter dem leicht geänderten Namen V.E.V.–Kabarett mit dem nächsten Programm Schrille Stille auf. Zipfeltreffen hieß dann das letzte gemeinsame Programm des Duos. Ab 1994 war Nuhr mit seinem ersten Soloprogramm Nuhr am nörgeln! unterwegs. Zur Frage, wie er seinen eigenen Stil fand, antwortete Nuhr 2006 gegenüber der Westdeutschen Zeitung:

    „Das war, als ich ein Soloprojekt machte. Dazu hat mich ein Theaterleiter aus Mönchengladbach überredet. Er stellte das Theater zur Verfügung und führte Regie. Während der Vorbereitung hat er mir immer mehr von meinen Requisiten weggenommen. Das hat er sehr geschickt gemacht. Drei Tage vor der Premiere stand ich dann da und hatte gar nichts mehr, habe nur erzählt. Das war im Prinzip die Form, die ich auch heute noch habe. Ich dachte, das kann gar nicht funktionieren. Aber je weniger ich gemacht habe, desto besser hat es geklappt. Da habe ich gemerkt: Ich muss mich auf das verlassen, was ich kann – einfach reden. Nicht dicke Brillen anziehen oder komische Mützchen.“ – Sven Gantzkow: Interview mit Dieter Nuhr

Für sein Programm Nuhr weiter so bekam er 1998 den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett. 2003 erhielt er den Deutschen Comedypreis für den besten Liveauftritt. Nuhr ist bis 2014 der einzige Preisträger, der beide Preise verliehen bekam. Zahlreiche Fernsehauftritte machten ihn auch über die Kleinkunst-Szene hinaus bekannt, etwa in Scheibenwischer, Hüsch und Co., Die Harald Schmidt Show, Quatsch Comedy Club, Genial daneben, Schillerstraße oder 7 Tage, 7 Köpfe. Er gehört mit jährlich mehr als 200.000 Zuschauern zu den erfolgreichsten Kabarettisten in Deutschland. Sein Programm Ich bin’s Nuhr besuchten etwa eine halbe Million Menschen.

Nachdem er 2004 erstmals bei Sat.1 einen humorvollen Jahresrückblick präsentiert hatte, ist er seit 2006 am Ende jedes Jahres mit einem ähnlichen Programm im ZDF zu sehen. Am 24. Oktober 2008 übernahm Nuhr zum ersten Mal die Moderation des Deutschen Comedypreises. Vom 3. November 2009 an war er mit der vierteiligen Comedy-Reihe Nuhr so an vier Dienstagabenden live im ZDF zu sehen.

2009 beteiligte er sich an A Tribute to Die Fantastischen Vier zum zwanzigsten Jubiläum der Hip-Hop-Gruppe. Auf der Kompilation covern Künstler aus unterschiedlichen Richtungen Lieder der Stuttgarter. Nuhr spielte bei Buenos Dias Messias alle Instrumente selbst und nahm das Lied in seinem Arbeitszimmer mit der sonst für Radiobeiträge genutzten Technik auf. Seit Januar 2011 moderiert er die ARD-Sendung Satire Gipfel und löste Mathias Richling ab, dessen Vertrag im Dezember 2010 endete. Im Oktober 2014 wurde die Sendung in nuhr im Ersten umbenannt.

2010 produzierte er für RTL ein zweiteiliges Special zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010, in dem er das Thema Fußball ironisch kommentierte. Außerdem produziert er für den Hörfunksender WDR 2 wöchentlich kabarettistische Beiträge. Von Juli 2012 bis März 2013 moderierte er zusammen mit Ralph Caspers die Quizshow Null gewinnt im Vorabendprogramm der ARD. 2012 war Nuhr Pate für die ARD-Themenwoche mit dem Schwerpunktthema Leben mit dem Tod. Für die Themenwoche steuerte er die Fernsehsendung Nuhr am Leben bei, die in der Berliner St.-Elisabeth-Kirche aufgezeichnet wurde und am 19. November 2012 in der ARD gesendet wurde. 2013 nahm er ebenfalls an der Themenwoche teil, als es um das Schwerpunktthema Zum Glück ging. Sein Sendebeitrag Nuhr im Glück wurde in der Orangerie der Biosphäre Potsdam aufgezeichnet und am 22. November 2013 ausgestrahlt. Die Themenwoche 2014 fand im November 2014 mit dem Thema Anders als du denkst statt und beschäftigte sich mit dem Thema Toleranz. Zu diesem Thema erschien der Sendebeitrag Nuhr mit Respekt. Die RBB-Sendung von und mit Dieter Nuhr wurde im Jüdischen Museum Berlin aufgezeichnet und am 20. November 2014 ausgestrahlt.

2013 moderierte Nuhr zum sechsten Mal den Comedypreis. Im Oktober 2014 folgte ihm nach sechs Jahren Carolin Kebekus als Moderatorin; 2015 ist er Vorsitzender der Jury. In der RTL-Sendung Mario Barth deckt auf! ist Nuhr seit dem 26. März 2014 regelmäßig zu Gast und präsentiert gemeinsam mit Barth Fälle von Steuerverschwendung. 2015 nahm er ein weiteres Mal an der ARD-Themenwoche teil. Das Schwerpunktthema lautete Heimat und Nuhrs Sendebeitrag hieß Nuhr daheim, in dem er seinem Publikum erklärte, was für ihn Heimat bedeutet. Die Sendung wurde am 30. September 2015 im Westhafen Event- und Convention Center in Berlin aufgezeichnet und am 8. Oktober 2015 in der ARD gesendet. Ebenfalls im Oktober 2015 startete das neue ARD-Format Nuhr ab 18 mit ihm als Moderator. In der 30-minütigen Sendung stellt er jeweils vier junge Comedians vor. Die Reihe ist zunächst mit sechs Folgen geplant.

Nuhr ist laut Reinhard Mohr einer der wenigen Kabarettisten in Deutschland, die sich in ihren Programmen und Büchern mit Aspekten des radikalen Islams satirisch auseinandersetzen.[24] Im Oktober 2014 erstattete ein Salafist Anzeige gegen Nuhr. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück stellte das Verfahren im November 2014 ein.

Rezeption

Im Mai 2014 erhielt Nuhr den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache. Die Jury begründete die Ehrung mit den Worten:

    „Dieter Nuhr macht intelligentes Kabarett. Seine Stücke sind wortgewandt, die Pointen treffsicher. Aber er achtet nicht nur sorgfältig auf die sprachliche Qualität dessen, was er sagt: er bringt seinem Publikum auch Sprachkritik nahe und regt es an, über die Wirkung von Sprache nachzudenken“ – Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache

Der Kabarettexperte Jürgen Kessler kritisierte Nuhr, ebenso wie der Kabarettist Wilfried Schmickler.

Fotografie

Nebenbei fotografiert Nuhr und stellt seine Fotokunst in Galerien und Museen aus; zuerst 2008 in Hamburg, 2010; und erneut 2015, im Museum Ratingen [26] und im Stadtmuseum von Siegburg. Ihm sei die bildnerische Arbeit genauso wichtig wie die Arbeit auf der Bühne, sagte er darüber.

Soziales Engagement

Dieter Nuhr ist einer der Erstunterzeichner des Appells gegen die Prostitution der Zeitschrift Emma aus dem Jahr 2013.

Nuhr unterstützt seit 2006 die SOS-Kinderdörfer. Er besuchte Projekte im Sudan, im Libanon und in Äthiopien und wirkt als SOS-Botschafter. Dieter Nuhr startete eigene Online-Spendenaktionen und stiftete Bilder für die Aktion „SOS-Kunststück“. Seinen Gewinn aus der Sendung Wer wird Millionär? stellte er dem sudanesischen Kinderdorf in Khartum zur Verfügung.

(Auszüge aus Wikipedia.org)

Quelle: www.wikipedia.org

Webseite: https://nuhr.de/

Facebook: https://www.facebook.com/nuhr.de

Twitter: @dieternuhr