Kein Öl, Moses ?

Kein Öl, Moses ?

Neue Satieren

Autor: Ephraim Kishon

Übersetzer: Friedrich Torberg

Verlag: Langen Müller Verlag, um 1980

Erschienen: 1974

Seiten: 318

...Und zogen die Kinder Israels aus der Wüste Sin, die da liegt zwischen Elim und Sinai, und lagerten sich in Rephidim und fanden nichts, womit sie sich hätten versehen können, eh daß sie weiterzogen. Und es murrete die ganze Gemeinde wider Moses, und forderte von ihm den Treibstoff, dessen sie brauchten zur Weiterfahrt. Und Moses redete zu ihnen, und sprach: »Was murret ihr wider mich, und versuchet den Herrn?« Das Volk aber dürstete, und fuhr fort zu hadern, und fragte: »Wozu hast du uns herausgeführt aus dem Lande Egypten, welches reichlich versehen ist mit Roh- und Erdöl von den anderen Ländern der Araber? Sind wir dir nachgefolgt in die Wüste, daß wir hier sterben sollen mit unseren Kindern und unserem Vieh?« Und Moses schrie zum Herrn, und rief: »Was soll ich tun mit diesem widerborstigen Volk? Es fehlet nicht weit, und sie werden mich steinigen!« Und der Herr antwortete ihm und sprach: »Tritt hin vor das Volk, und nimm mit dir die Ältesten in Israel, und nimm den Stab in deine Hand, mit dem du das Wasser schlugest aus dem Gestein, und gehe hin. Siehe, ich will vor dir stehen auf einem Fels in Horeb, und sollst auf ihn einschlagen mit deinem Stecken, und wird viel öl daraus hervorfließen und wird genug sein dem ganzen Volk und wird ihnen ausreichen bis ins Gelobte Land.« Und Moses tat wie ihm geheißen und schlug auf das Gestein, und schlug und schlug, einen ganzen Tag und eine ganze Nacht, und es kam nichts heraus. Und der Herr redete aufs neue und sprach: »Es tut mir leid, dann werden die Jeden eben zu Fuß gehen müssen.« Und die Kinder Israels gingen vierzig Jahre lang, bis daß sie ins Gelobte Land kamen, und floß auch dort nur Milch und Honig, aber kein Öl.

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