John Adams

John Adams (* 30. Oktober 1735 in Braintree, Suffolk County, Massachusetts; † 4. Juli 1826 in Quincy, Massachusetts) war einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten und von 1789 bis 1797 der erste Vizepräsident sowie nach George Washington von 1797 bis 1801 der zweite Präsident der Vereinigten Staaten. Adams zog am 1. November 1800 als erster Präsident ins Weiße Haus ein. Sein ältester Sohn John Quincy Adams war von 1825 bis 1829 der sechste US-Präsident.

Herkunft und Persönliches

Adams wurde 1735 in der nördlichen Vorstadt von Braintree, seit 1792 Quincy, bei Boston in Massachusetts geboren. An dem Ort seines Geburts- und Wohnhauses (John Adams Birthplace), auf dem fünf Generationen der politisch einflussreichen Familie Adams lebten, ist jetzt die nationale Gedenkstätte Adams National Historical Park. Adams' Vater John (1691–1761) war Farmer, ein Nachfahre in der vierten Generation von Henry Adams (1583–1646), der im Jahr 1638 die Heimat der Familie das Dorf Barton St David in Somersetshire verließ und mit Frau und neun Kindern in die Massachusetts Bay Colony auswanderte. Adams Mutter war Susanna Boylston Adams, deren Familie aus Brookline stammte. Er war ab 1764 mit Abigail Smith verheiratet. Sie hatten sechs Kinder.

John Adams absolvierte das Harvard College 1755, lehrte an der Schule von Worcester und praktizierte als Rechtsanwalt in der Kanzlei von Rufus Putnam. 1758 trat er der Anwaltskammer bei. Adams betätigte sich schon früh als Schriftsteller und hielt die Entstehung der amerikanischen Kolonien fest.

Adams, der seit seinem achten Lebensjahr stark rauchte, litt ebenso wie George Washington unter dem Verlust sämtlicher Zähne. Anders als dieser weigerte er sich, eine Prothese zu tragen, so dass Zuhörer sich oft beschwerten, er artikuliere sich vollkommen unverständlich. Er brach in seiner Amtszeit mehrfach zusammen und ließ seine Depressionen mit Hilfe einer Milch-Toast-Diät behandeln.

John Adams war kein populärer Volkstribun wie sein Cousin zweiten Grades, Samuel Adams; er nahm eher durch seine Eigenschaft als Verfassungsrechtler Einfluss auf die Geschicke des Staates. Er war zielstrebig, vehement und mutig bei der Verteidigung seiner Ideen. Dies erwies sich gleichzeitig als Hemmschuh für seine politische Karriere.

Religiös bekannte sich Adams zum Kongregationalismus. Sein Vater bekleidete ein leitendes Amt in seiner kongregationalistischen Kirchengemeinde (Deacon). John Adams fühlte sich dieser Tradition, die auf die ersten Siedler in Massachusetts zurückging, verpflichtet.

Sein Privatvermögen betrug, umgerechnet auf das Jahr 2010, 19 Millionen Dollar.

Präsidentschaft

Nachdem der bisherige Präsident Washington auf eine weitere Kandidatur verzichtet hatte, besiegte Adams (71 Stimmen) als Kandidat der Föderalistischen Partei bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 1796 knapp Thomas Jefferson (68 Stimmen), der zusammen mit Aaron Burr für die Demokratisch-Republikanische Partei in das Rennen ging. Hinter den Kulissen unterstützte der einflussreiche Alexander Hamilton den Föderalisten Thomas Pinckney (59 Stimmen) auch gegen Adams, damit Jefferson nicht Vizepräsident wurde. Hamilton meinte, dass er Pinckney mehr unter Kontrolle hätte. Damit endete auch das Vertrauen und der Respekt von John und Abigail Adams gegenüber Hamilton. Pinckney waren jedoch einige eingeplante Stimmen versagt, durch die er als Vizepräsidentschaftskandidat mindestens zwischen Jefferson und Adams hätte geraten sollen, vielleicht sogar vor Adams, so dass Adams’ Rivale Jefferson zu seinem Vizepräsidenten wurde. Am 4. März 1797 trat Adams die Nachfolge von George Washington als amerikanischer Präsident an.

Adams’ vier Jahre als amerikanisches Staatsoberhaupt wurden durch zahlreiche Intrigen geprägt; die Partei der Föderalisten brachte sich durch verschiedene Gesetze in Misskredit. Die Partei selbst drohte, aufgrund der Streitereien auseinanderzubrechen. Adams und Hamilton wurden erklärte Gegner, mehrere Mitglieder des Adams-Kabinetts hörten mehr auf Hamilton als auf den Präsidenten. Zudem wurden die USA in die europäischen Wirren verwickelt.

Als besondere Herausforderung der Präsidentschaft Adams’ erwies sich das Verhältnis zum revolutionären Frankreich. Aufgrund des Jay-Vertrags zwischen dem Vereinigten Königreich und Amerika, den Frankreich als eine feindliche Allianz wahrnahm, hatte der frühere Verbündete in der Folge zu Gegenmaßnahmen wie der Kaperung amerikanischer Schiffe gegriffen. Eine von Adams entsandte Delegation wurde von den Franzosen mit so weitgehenden Forderungen konfrontiert, dass es zur XYZ-Affäre kam. Als diese Vorfälle der amerikanischen Öffentlichkeit bekannt wurden, befürworteten die Föderalisten einen Krieg mit Frankreich. Adams bemühte sich weiterhin um eine friedliche Beilegung des Konfliktes, der jedoch auf See bis 1800 andauerte und als Quasi-Krieg bekannt wurde. Zur Verteidigung der Handelswege setzte er die ersten amerikanischen Fregatten ein. Der Vertrag von Mortefontaine beendete im Jahr 1800 diese Auseinandersetzung.

Auch vor diesem Hintergrund und dem gestiegenen Misstrauen gegenüber Zuwanderern sind die Alien and Sedition Acts zu sehen, welche Adams 1798 gegen den heftigen Widerstand der profranzösischen Demokratisch-Republikanischen Partei in Kraft setzte. Im Einzelnen handelte es sich um den Naturalization Act, den Alien Friends Act, den Alien Enemies Act und den Sedition Act. Unter anderem wurde die Frist erhöht, bis zu der eine amerikanische Staatsbürgerschaft beantragt werden konnte, und dem Präsidenten das Recht zugebilligt, Ausländer zu verhaften und abzuschieben, die er als gefährlich einstufte oder aus Staaten stammten, mit denen sich Amerika im Krieg befand.

Bei den Präsidentschaftswahlen 1800 trat Adams erneut mit Pinckney als Kandidat der Föderalisten für das Präsidentenamt an. Für die Demokratisch-Republikanische Partei kandidierten wie schon zuvor Jefferson und Burr. Der Wahlkampf wurde sehr erbittert geführt. Während Jefferson von seinen Gegnern als gottloser Jakobiner dargestellt wurde, der eine Terrorherrschaft einzuführen beabsichtige und Vivisektionen durchführe, wurde Adams eine frühere Verschwörung vorgeworfen, bei der er über die Heirat einer seiner Söhne mit einer Tochter Georg III. eine das Vereinigte Königreich und Amerika erneut vereinigende Dynastiegründung angestrebt habe, was durch Washington mit dem Schwert in der Hand verhindert worden sei. Adams’ Vertrauensverlust in der eigenen Partei und die gleichzeitige Popularität seines Gegners Thomas Jefferson bedeuteten schließlich seine Niederlage mit 65 zu 73 Stimmen im Wahlmännerkollegium. Am 4. März 1801 wurde er von Jefferson im Weißen Haus abgelöst.

Adams gehört zu den sieben US-Präsidenten, die während ihrer Amtszeit kein einziges Mal von ihrem Vetorecht Gebrauch machten. Er unterzeichnete sämtliche ihm zugeleiteten Gesetzesentwürfe des Kongresses.

(Auszüge aus Wikipedia)

Quelle: www.wikipedia.org