Johann Christoph Gottsched

Johann Christoph Gottsched (* 2. Februar 1700 in Juditten, Herzogtum Preußen; † 12. Dezember 1766 in Leipzig, Kurfürstentum Sachsen) war ein deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Sprachforscher und Literaturtheoretiker sowie Professor für Poetik, Logik und Metaphysik der Aufklärung.

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Leben und Werk

Gottsched war der Sohn des Pastors von Juditten, Christoph Gottsched (1668–1737), und seiner Ehefrau Anna Regina Biemann (1671–1763)[2]. Johann Heinrich Gottsched (1706–1771), der Redakteur des hessischen Hof- und Staatskalenders, war sein Bruder. Johann Daniel Gottsched war sein Neffe und zeitweise der Sekretär von Gabriel de Riqueti, Comte de Mirabeau. Gottscheds Großvater mütterlicherseits war der schriftstellerisch veranlagte Pastor Johann Biemann (* 24. Juni 1646 in Königsberg), der fünfzehn Jahre lang das Pfarramt bei der Festung Groß Friedrichsburg (Königsberg) verwaltet hatte.

Nach dem ersten Unterricht, den er von seinem Vater erhielt, immatrikulierte sich Gottsched 1714 mit 14 Jahren an der Albertina, der Universität Königsberg, um Theologie zu studieren. Sein Interesse für die Philosophie brachte Gottsched die Beschäftigung mit den Werken des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz und des Vordenkers der Aufklärung Christian Wolff ein. Anschließend wechselte er zum Studienfach Philosophie und blieb sein Leben lang unbeirrbarer Wolffianer. Seine an Wolff orientierte philosophische Methode beschreibt er als mathematische Lehrart. Einer seiner Lehrer war u. a. auch Johann Jakob Quandt.

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Bereits seit seinen Anfängen bemühte Gottsched sich um die Vermittlung der Schriften der französischen Aufklärung. Besonders nahe stand ihm Fontenelle, von dem er mehrere Werke übersetzte und kommentierte. Andere Autoren, die ihm ferner lagen, wie Pierre Bayle und Helvétius, wurden von ihm in deutschen Übersetzungen, die von seinen Schülern oder Bekannten stammten, herausgegeben und mit kritischen Anmerkungen versehen. Gottsched lehnte zwar den Skeptizismus Bayles ebenso ab wie den Materialismus von Helvétius, doch hielt er deren Schriften für wichtig genug, um sie trotzdem dem deutschen Publikum vorzustellen. Ebenso wichtig war Gottscheds frühe Vermittlung der englischen Literatur, die er besonders in den von ihm herausgegebenen Wochenschriften behandelte. Da er sich in seiner Poetik aber stärker an die Literaturtheorie des französischen Klassizismus anlehnte, was v. a. von Gotthold Ephraim Lessing im 17. Literaturbrief (16. Februar 1759)[6] polemisch kritisiert wurde, ist Gottscheds bedeutende Rolle als Vermittler englischer Literatur und Philosophie meist unterschätzt worden.

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(Auszüge aus Wikipedia)  

Quelle: www.wikipedia.de