Über die Natur der Dinge

Über die Natur der Dinge

Original: De rerum natura

Autor: Lukrez

Übersetzer: Klaus Binder

Verlag: Galiani-Berlin (10. September 2014)

Enstanden: 1. Jahrhundert v. Chr.

408 Seiten

Der Tod geht uns nichts an, wir wollen das Leben feiern!

Nicht auszudenken, wenn dieses Werk verschollen geblieben wäre! Seine sensationelle Wiederentdeckung im 15. Jahrhundert markiert das Ende des Mittelalters und den Anfang der Renaissance. Mit wunderbarer Poesie, mit unstillbarer Neugier erzählt Lukrez vom Bau der Welt und der Stellung des Menschen in ihr. Ein Skandaltext der europäischen Kulturgeschichte, weil er die Schönheit einer gottlosen Welt anpreist: So gern haben Sie sich noch nie narzisstisch kränken lassen!

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Klaus Binders Neuübersetzung der Bibel der Sinnlichkeit – Lukrez’ Über die Natur der Dinge.
Fast unglaublich war, was der italienische Humanist Poggio Bracciolini in einem deutschen Kloster entdeckte – kurz nachdem in Konstanz Johannes Hus als Ketzer verbrannt worden war: ein Gesang aus der Römerzeit, der in wunderbarer Poesie vom Bau der Welt erzählt und wie die Menschen darin ein glückliches Leben führen können – ohne Angst vor dem Tod und ohne falsche Furcht vor Göttern. Die nämlich – so Lukrez – sollen den Menschen getrost egal sein. Eine philosophisch fundierte Feier der Natur, des Lebens und der Liebe.

Es dauerte Jahrzehnte, bis das Buch im Druck erschien, und noch Giordano Bruno, der sich auf es berief, wurde wegen Ketzerei verbrannt. Aber der Siegeszug dieses unendlich schönen, freien und unvoreingenommenen Textes war nicht mehr aufzuhalten: Bruno, Galilei, Montaigne, Shakespeare, Gassendi, die Enzyklopädisten, Sterne, Wieland, Friedrich II., Goethe, Kant und Karl Marx, Nietzsche, Albert Einstein und Camus gehörten zu den Kennern und Verehrern des Buchs.Der Übersetzer Klaus Binder bemerkte bei seiner Arbeit an Stephen Greenblatts Bestseller über Lukrez , dass keine der vorliegenden deutschen Übersetzungen für ihn Schönheit und inhaltliche Raffinesse des Lukrez’schen Gedichts zufriedenstellend wiedergibt. Also machte er sich selbst an die Arbeit und legt hier – wie einst z. B. Wolfgang Schadewaldt mit Homer – eine verständnisfördernd kommentierte, rhythmisierte Prosaübersetzung vor.

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Auszug aus Wikipedia:

De rerum natura (deutsch Über die Natur der Dinge oder Vom Wesen des Weltalls) ist ein aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. stammendes Lehrgedicht des römischen Dichters, Philosophen und Epikureers Titus Lucretius Carus, genannt Lukrez. Die Hommage an Epikur handelt von der Stellung des Menschen in einem von den Göttern nicht beeinflussten Universum.

Übersicht

Das sechsbändige, in Form von daktylischen Hexametern verfasste Lehrgedicht gibt die Naturphilosophie Epikurs wieder. Lukrez wollte damit eine Philosophie vermitteln, die dem Menschen Gemütsruhe und Gelassenheit gibt und ihm die Furcht vor dem Tode und den Göttern nimmt, die aus der Unkenntnis des Menschen über seine Stellung in der Welt, über die Natur und das Wesen entspringt und folglich durch Aufklärung überwunden werden muss. Es ist religionskritisch („...das Leben der Menschen/Unter der Religion gewaltsam niedergetreten... Religion die Mutter greulicher Taten“), geprägt von der materialistischen Atomlehre der griechischen Antike und verkündet, dass die Götter weder in der Lage noch willens sind, sich in das Leben der Menschen einzumischen.

Nach Berichten des Hieronymus soll das Werk durch den berühmten römischen Redner Cicero korrigiert (emendiert) und nach dem Tod des Lukrez 50 v. Chr. herausgegeben worden sein. Als Quelle dürfte Lukrez die heute nur noch z. T. erhaltenen Schriften Epikurs selbst benutzt haben.

Aufbau

Das Werk besteht aus sechs Büchern von je nachdem auch deutlich über 1000 Versen Länge, die in drei Buchpaare geteilt werden können:

  1. Atomlehre: Grundlagen (1. Buch) und Phänomene (2. Buch)
  2. Seelenlehre: Vergänglichkeit der Seele und Widerlegung der Todesfurcht (3. Buch), Wahrnehmungs- und Affektenlehre (4. Buch)
  3. Darstellung der empirischen Welt: Kosmologie und Kulturentstehungslehre (5. Buch), Meteorologie (6. Buch)

Inhalt

Das Werk stellt die Physik, Psychologie und Kulturtheorie Epikurs dar. Die Ethik wird nur am Rande behandelt.

Lukrez versucht, die Entstehung von Gesellschaft und Kultur auf rein natürliche Ursachen zurückzuführen, ohne Dazwischenkunft irgendwelcher Gottheiten. Demnach lebten die Menschen zunächst in einem tierähnlichen Zustand, ohne Sprache, Erkenntnis und sozialen Zusammenhalt, die sich erst später durch die Erfahrung entwickelten. Der Staat entsteht auf Basis der Vertragstheorie. Die gesellschaftliche Entwicklung wird durch die Vernunft der Menschen vorangetrieben. Lukrez wendet sich gegen die deterministische, von der Idee göttlicher Durchdringung und göttlichen Wirkens des Kosmos beherrschte Weltsicht der Stoa: Die Welt sei viel zu mangelhaft, um von Göttern erschaffen zu sein. Er postuliert in Weiterentwicklung des Ansatzes von Epikur einen engen Zusammenhang zwischen den Zufallsschwankungen (fortuna) der Atome, die allerdings nicht sichtbar seien, und dem freien Willen der Lebewesen, also zwischen Materie und Psyche. So begründet er die menschliche Individualität ebenso wie die Notwendigkeit einer rein beobachtenden Naturerforschung, die nur Regelmäßigkeiten mittels sinnlicher Wahrnehmung, jedoch keine Notwendigkeiten erkennen könne.

Quelle: www.wikipedia.org