Galerie der Kirchenkritik

Wolfgang Sellinger (* 15. Februar 1949 in Eichstätt) ist ein deutscher Konzeptkünstler und Galerist. Bekanntheit erlangte er durch die Galerie der Kirchenkritik, einen seit 2010 bestehenden öffentlichen Schauraum in Eichstätt. Hierbei werden die Besucher mit plakativen Bildtafeln konfrontiert, auf denen Sellingers eigene kirchenkritische Aussagen und Zitate bekannter Atheisten zum Nachdenken anregen sollen.

Galerie der Kirchenkritik

Im Frühjahr 2010 eröffnete Wolfgang Sellinger die Galerie der Kirchenkritik in der Fuchsbräugasse 1 in Eichstätt. Im Schauraum der Galerie wird der Besucher mit Plakaten und Skulpturen konfrontiert, die sich in provokanter Weise mit der christlichen Glaubensidentität auseinandersetzen. Auf seinen Schautafeln benutzt Sellinger neben eigenen Aussagen häufig auch Zitate bekannter kirchenkritischer Autoren wie Friedrich Nietzsche, Kurt Tucholsky, Richard Dawkins und Karlheinz Deschner. Gegenständliche Ausstellungsstücke beinhalten beispielsweise einen gekreuzigten, ausgestopften Stallhasen als Anspielung auf das christliche Osterfest oder den „Nonnentröster“, ein Kruzifix mit einem an der Basis befestigten Dildo als Kommentar zur katholischen Sexualmoral. Da Eichstätt als Bischofsstadt überwiegend katholisch geprägt ist, stieß die Galerie auf gemischte öffentliche Reaktionen, von ironisch-witzig bei Touristen bis zum Entsetzen bei Einheimischen, die teilweise Anzeige erstatteten.

Nach eigenen Aussagen will Wolfgang Sellinger nicht vorrangig provozieren. Ihm ist daran gelegen seinen „Beitrag zu leisten, dass Kunst-, Rede-, und Pressefreiheit die hohen Güter bleiben, die eine Demokratie auszeichnen, ohne Ansehen von Person, Herkunft oder Glauben“.

Erste Ausstellung in der Johanniskirche

Am 2. August 2013 eröffnete Wolfgang Sellinger in der säkularisierten Johanniskirche in Eichstätt als Erweiterung seiner Galerie eine zweiwöchige Sonderausstellung mit ausgewählten eigenen Exponaten sowie Werken anderer Künstler. Die Nähe des Ausstellungsraumes zum Eichstätter Dom verstand Sellinger bewusst als zusätzliche Provokation. Es kamen etwa 2600 Besucher innerhalb der zwei Wochen.

Zweite Ausstellung in der Johanniskirche

Trotz der teils negativen Kritik in Presse und Öffentlichkeit entschied sich Sellinger im Jahr 2014 zu einer zweiten Ausstellung in der Johanniskirche. Hierzu ermunterte ihn die große Anzahl positiver Rückmeldungen, die ihn in der Folgezeit erreichte. Gegen eine erneute Ausstellung sammelten der Eichstätter Dompfarrer Josef Blomenhofer, und Pater Michael Huber vom Orden der Herz-Jesu-Missionare im Kloster Rebdorf zusammen mit Frau Margret Weindl über 2000 Unterschriften, die sie der Stadtverwaltung vorlegten. In wiederholten Schreiben hatte Sellinger bereits seit Oktober 2013 die Stadt Eichstätt um die erneute Anmietung der Johanniskirche als Ausstellungsort ersucht. Nachdem die Anfragen unbeantwortet blieben, leitete Sellinger eine Klage wegen Untätigkeit gegen die Stadtverwaltung ein. Nach einer Klage beim Verwaltungsgericht München kam es am 7. Oktober 2015 zur Gerichtsverhandlung. Dabei bekräftigte die Richterin gegenüber dem Vertreter der Stadt die Rechtmäßigkeit von Sellingers Anliegen und erklärte, dass eine „Schau nicht einfach abgelehnt“ werden dürfe, nur weil die Stadt um ihren Ruf fürchtet. Die juristische Auseinandersetzung fand mediales Echo.

Die zweite Ausstellung des Künstlers wurde Anfang August 2016 eröffnet.

Ausstellungen auf Veranstaltungen

Wolfgang Sellinger stellt regelmäßig auf dem Corso Leopold, auf den Katholikentagen in mehreren deutschen Städten, auf dem Christopher Street Day und auf dem Rebellischen Musikfestival in Truckenthal eine Auswahl seiner Werke zur Schau.

Quelle: wikipedia.org

Link: https://galerie-der-kirchenkritik.de/