Parteien

Parteien und "Trennung von Staat und Kirche"

IBKA hat 2002 eine Umfrage bei der im Bundestag vertretenen Parteien nach ihrer Position zum Verhältnis von Staat und Kirche mit folgenden Ergebnis:

"Fazit: Wer bei seiner Wahlentscheidung die Haltung der Parteien zu den Kirchen resp. deren Stellung im Staat in den Vordergrund stellt, für den hat keine der etablierten Parteien etwas zu bieten.

Auffällig ist, daß die beiden potentiellen "Juniorpartner" von Koalitionsregierungen in den letzten acht Jahren sämtliche kirchenkritischen Aussagen und Vorstöße zur Veränderungen des Staats-Kirchen-Verhältnisses in Richtung konsequente Trennung aufgegeben haben.

Dies ist sicher auch eine Folge konsequenter Anstrengungen auf Seiten der Kirchen. Die Kirchen haben während der letzten beiden Legislaturperioden ganz massiv vor allem die Bündnisgrünen umworben. Laizisten haben dieser kirchlichen Lobbyarbeit derzeit leider wenig entgegenzusetzen.

Immerhin gibt es einzelne Abgeordnete (in erster Linie in der PDS, aber auch bei den Sozialdemokraten, in den Landesparlamenten auch noch bei den Grünen und ganz vereinzelt bei der FDP), die für die Trennung von Staat und Kirche ansprechbar sind. Vielleicht bieten sich hier Ansatzpunkte für eine säkularistische Politik. Klar ist aber, dass es hier eines langen Atems bedarf und dass schnelle Erfolge nicht zu erwarten sind."

Einzelheiten sind unter folgenden Link zu finden:

https://www.ibka.org/artikel/ag02/parteien.html

Zu dieser Thema gibt es ein älterer Beitrag von Andreas Main vom Deutschlandfunk:

09.05.2012 "Der Glaube im Parteiprogramm"

In Zwischenzeit hat sich Einiges, leider nicht all zu viel, zu positiven geändert. Hier sind einige Parteien, bzw. Teile der Parteien, die sich o.a. Thema auf die Fahne geschrieben haben, aufgeführt.

Stiefkind Religionspolitik

Von: Ulrich Willems, 6.7.2018

Spätestens seit der Wiedervereinigung ist die Religionspolitik in der Bundesrepublik infolge der Pluralisierung der religiösen Landschaft mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Denn die Pluralisierung hat zu Forderungen nach gleichberechtigter Integration von religiösen Minderheiten in die religionspolitische Ordnung, vor allem von Muslimen, sowie nach stärkerer Berücksichtigung der Belange von Konfessionslosen geführt. Deren wesentliche Rechtfertigungsbasis liegt im Grundgesetz: Art. 4 Abs. 1 und 2 GG gewährleistet Religionsfreiheit und Religionsausübung; Art. 3 Abs. 3 GG verbietet religiöse Diskriminierung oder Privilegierung.

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