The Nigerian Humanist Association

Die Humanist Association of Nigeria wurde jüngst vom Staat Nigeria formal als Organisation anerkannt. 17 Jahre lang hatten die nigerianischen Humanisten um diese Anerkennung gekämpft. Dies berichtet die International Humanist and Ethical Union (IHEU). 

"In Nigeria ist die Diskriminierung von Atheisten und Agnostikern weit verbreitet", so die Humanist Association of Nigeria in einer Pressemitteilung. "Nicht-religiöse Menschen werden häufig als Menschen zweiter Klasse betrachtet, denen man nicht zuhören sollte. (…) Atheismus ist ein soziales Tabu. Echte oder behauptete Nicht-Theisten werden von staatlichen oder nicht-staatlichen Akteuren attackiert, eingesperrt oder getötet, nur weil sie ein grundlegendes Menschenrecht in Anspruch nehmen."

Ein Zeichen dieser Diskriminierung von Nicht-Gläubigen ist auch, dass der Humanist Association of Nigeria jahrelang die offizielle Anerkennung als Vereinigung durch den Staat verweigert wurde. Dass diese Anerkennung nun endlich erfolgte, führt Leo Igwe, Gründer der Humanist Association von Nigeria, unter anderem auf den anhaltenden Druck aus dem Ausland zurück:

    "Ich denke, dass es jetzt zu diese Anerkennung kam, liegt am internationalen Druck durch Menschenrechtsgruppen wie der IHEU, die in ihrem Freedom of Thought Report dieses Thema betont hat – und am wachsenden Druck durch nigerianische Atheisten und Humanisten. Ich denke, den nigerianischen Behörden ist klar geworden, dass die humanistische Bewegung nichts ist, was man einfach beiseite schieben oder ignorieren kann."

Für die kommenden Jahre hat sich die frisch anerkannte Humanisten-Vereinigung einiges vorgenommen:

    "Die Humanist Association von Nigeria wird Kampagnen zur Abschaffung religiöser Privilegien, sowie gegen Gesetze zum Abfall vom Glauben und zur Blasphemie durchführen, und daran arbeiten, dass religiöse und nicht-religiöse Menschen vor dem Gesetz gleich sind." (Auszug)

Von Daniela Wakonigg

Quelle: hpd.de

Humanist Association of Nigeria bei Facebook

Humanist Association of Nigeria- Gruppe bei Facebook

Präsident der nigerianischen Humanisten wegen Blasphemie verhaftet

Am Dienstag 28.4.2020 wurde Mubarak Bala, Präsident der Humanistischen Vereinigung von Nigeria, aufgrund einer Anzeige wegen Blasphemie verhaftet. Im muslimischen Norden Nigerias kann Bala die Todesstrafe drohen, da dort islamisches Recht gilt.

Vor sechs Jahren wurde Mubarak Bala zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, weil er sich als Atheist geoutet hatte. Die International Humanist and Ethical Union (IHEU), die eine Petition gegen Balas Zwangseinweisung ins Leben gerufen hatte, berichtete damals:

    "Bala hatte in Gegenwart von Verwandten erklärt, er glaube nicht an Gott. Diese hätten daraufhin einen Arzt beauftragt, herauszufinden, ob Bala geisteskrank sei. Ein zweiter Mediziner stellte kurz darauf fest, Balas Atheismus sei nichts weiter als die Nebenwirkung einer Persönlichkeitsstörung."

Zahlreiche internationale Medienberichte führten damals dazu, dass Mubarak Bala die Psychiatrie wieder verlassen konnte. Heute ist er Präsident der Humanistischen Vereinigung von Nigeria und hat dort als bekannter Humanist in den vergangenen Jahren aktiv zum Wachstum der säkularen Bewegung beigetragen. (Auszug)

Von Daniela Wakonigg

Quelle: hpd.de