Kroatien

In Kroatien kann man von keinem Fortschritt der Aufklärung reden. Die Situation kann man eher als klarer Rückschritt bezeichnen.

Kroatien ist ein Land, in dem sich die Kirche aktiv und völlig offen in die Politik einmischt. Die Predigt wird benutzt, um dem Publikum mitzuteilen, für welche Partei die Stimme nicht abgegeben werden sollte.

In der Schule wird der Religionsunterricht gefestigt, Sexualkunde als schädlich bezeichnet. Es scheint mir, der Storch wird wieder einen Arbeitsplatz für die Beschaffung von kroatischen Babies erhalten.

Im katholischen Katechismus der achten Klasse „Christus im Leben“ findet sich eine Aussage, nach der die Atheisten keine edlen Menschen sind, und ein Mann der nicht an Gott glaubt - ein Narr ist.

Schwangerschaftsabbruch wird verurteilt, Homoehe an den Pranger gestellt, Frauen werden als „zweitrangig“ bezeichnet.

Die Vatikanverträge sichern der katholischen Kirche enorme Beträge, es werden monumentale Kirchen gebaut, wobei sich viele Mitbürger aus den Containern bedienen müssen.

Die Eröffnung einer Schule wird gesegnet, ein angeschafftes CT-Gerät in einem Krankenhaus wir gesegnet! Ein neu geöffnetes Schwimmbad wir gesegnet! Komedie pur...

Man behauptet, Gott sei der Pate der Wissenschaft, man hat versucht, die Philosophischen und die Theologischen Fakultäten zu verschmelzen.

Und aktuelle Regierung macht mit. Die führenden Politiker stehen neben den kirchlichen Würdenträger bei allen wichtigen Anlässen.

Die Intellektuelle, die Aufgeklärten haben in Kroatien schwer. Sie sind in kleinen Vereinen gruppiert und deren Aktivität ist in Kroatien, nett ausgedruckt, nicht gerne gesehen. Sie bekommen keine finanziellen Zuschüsse von der Regierung. Manchmal haben wir den Eindruck, sie kämpfen auf dem verlorenen Posten...

Von Karlo Schmid

Kroatiens Kirche hetzt gegen Sexualkundeunterricht

Die katholische Kirche in Kroatien will Neuerungen am Aufklärungsunterricht in Schulen verhindern: Pünktlich zu Weihnachten ließ die Kirche in der Hauptstadt Zagreb Flugblätter verteilen, in denen über die Lehrpläne gewettert wird.

Die mächtige katholische Kirche in Kroatien macht Front gegen die neue Sexualerziehung in den Schulen. Das Erzbistum in Zagreb bestätigte am Sonntag, es sei Verfasser von Flugblättern gegen das Schulprogramm, die in den vergangenen Tagen in kroatischen Supermärkten und an Kiosken verteilt worden waren.

Darin wird der sozialdemokratischen Regierung vorgeworfen, sie verderbe die Jugend durch die neuen Lernpläne über „Sex von Minderjährigen, Masturbation, Pornografie, Empfängnisverhütung und Abtreibung“. Sie enthielten „absolut unannehmbare Positionen zur Sexualität und zur Ehe im Gegensatz zur christlichen Anthropologie und zum Wesen des kroatischen Volkes“.

Quelle: Focus online, 23.12.2012

23.12.2012, 12:09

23.12.2012, 12:09

23.12.2012, 12:09

23.12.2012, 12:09