Internationale Humanistische und Ethische Union

Die Internationale Humanistische und Ethische Union (IHEU; engl. International Humanist and Ethical Union) ist ein Zusammenschluss von über 150 nichtreligiösen humanistischen und säkularen Organisationen in mehr als 40 Ländern. Ihr Symbol ist das Happy Human, das auch von assoziierten Organisationen verwendet wird. Präsident der IHEU ist seit 2015 der Brite Andrew Copson. Mitgliedsorganisationen der IHEU aus dem deutschsprachigen Raum sind unter anderem der Humanistische Verband Deutschlands, die Freidenker-Vereinigung der Schweiz sowie der Freidenkerbund Österreichs. Sie hat ihren Sitz in London.

Ziele

Mission der IHEU ist die Vertretung und Unterstützung konfessionsloser und nichtreligiöser Menschen. Ziel ist eine Welt, in der die Menschenrechte respektiert werden und jeder ein würdevolles Leben leben kann.

Langfristige strategische Ziele der IHEU sind unter anderem:

  • Humanismus als eine nicht-theistische Lebenseinstellung zu fördern
  • die humanistische Bewegung im Rahmen der internationalen Gemeinschaften und Organisationen zu fördern
  • die Menschenrechte und die Rechte der Mitglieder zu verteidigen
  • humanistische Organisationen in allen Gegenden der Welt zu entwickeln und zu etablieren
  • eine globale und effektiv tätige Organisationsstruktur aufzubauen

Dazu soll unter anderem für die Prinzipien der Amsterdam-Deklaration, Säkularität sowie Religions- und Weltanschauungsfreiheit geworben werden. Die Durchführung von Konferenzen, die Unterstützung von Mitgliedsorganisationen bei ihren Aktivitäten und der Aufbau der IHEYO als humanistischer Jugendorganisation gehören ebenfalls zu den Mitteln, für Humanismus einzutreten.

Minimum Statement

1996 verabschiedete die IHEU auf ihrer Generalversammlung das Minimum Statement on Humanism. Die Anerkennung des Statements stellt die Mindestvoraussetzung für die Mitgliedschaft in der IHEU dar:

    “Humanism is a democratic and ethical life stance, which affirms that human beings have the right and responsibility to give meaning and shape to their own lives. It stands for the building of a more humane society through an ethic based on human and other natural values in the spirit of reason and free inquiry through human capabilities. It is not theistic, and it does not accept supernatural views of reality.”

    „Der Humanismus ist eine demokratische und ethische Lebenseinstellung, welche die Ansicht vertritt, dass [alle] Menschen das Recht und die Verantwortung haben, ihrem eigenen Leben Sinn und Form zu geben. Er [= der Humanismus] steht für den Aufbau einer menschlicheren Gesellschaft durch eine Ethik, die auf menschlichen und natürlichen Werten im Geiste der Vernunft und der freien Meinungsbildung durch menschliche Fähigkeiten basiert. Er ist nicht theistisch und akzeptiert keine übernatürlichen Sichtweisen auf die Realität.“

Deklarationen

2002 wurde eine aktualisierte Fassung der Amsterdam-Deklaration beschlossen, die Kennzeichen eines weltweiten vertretenen Humanismus-Verständnisses definiert und von allen IHEU-Mitgliedsorganisationen unterstützt wird.

2011 wurde die Oslo-Deklaration zum Frieden beschlossen, 2014 die Oxford-Deklaration zur Gedanken- und Meinungsfreiheit, 2018 die Auckland-Deklaration gegen die Politik der Spaltung.

Aktivitäten

Die IHEU setzt sich für Religions- und Weltanschauungsfreiheit sowie die Trennung zwischen Staat und religiösen Institutionen ein und unterstützt den World Humanist Day, den Darwin-Tag, HumanLight und den Tag der Menschenrechte als offizielle Feiertage der humanistischen Bewegung.

Bei den Vereinten Nationen besitzt die IHEU als Nichtregierungsorganisation einen besonderen Beraterstatus („Special Consultative“), beim Europarat hat sie einen allgemeinen Beraterstatus und sie ist zudem Beobachter der Afrikanischen Kommission der Menschenrechte und der Rechte der Völker. Sie unterhält Arbeitsbeziehungen mit der UNESCO.

Die IHEU veröffentlichte bis 2011 drei- bis viermal pro Jahr das Nachrichtenmagazin International Humanist News, das die Mitglieder als Print-Ausgabe erhalten und auch kostenlos im Format PDF online angeboten wird. Im Februar 2013 veröffentlichte die IHEU erstmals einen Bericht mit dem Titel Freedom of Thought 2012, der Diskriminierungen von nichtreligiösen Menschen weltweit dokumentierte.

IHEYO

Die IHEU unterhält die International Humanist and Ethical Youth Organisation (IHEYO), die sich als Verbindungsorganisation von Vereinigungen humanistischer Jugendorganisationen versteht. Die Jugendorganisation führt unter anderem internationale Begegnungen zwischen den Angehörigen der humanistischen Jugendverbände in den verschiedenen Ländern durch. 2013 unterstützte sie die Durchführung eines ersten humanistischen Kongresses auf den Philippinen.

Präsidentin der IHEYO ist Marieke Prien (Deutschland), Generalsekretär Anton van Dyck (Niederlande).

Konferenzen und Versammlungen

Die IHEU hielt bisher 19 Mal einen World Humanist Congress ab. Der Kongress ist die größte regelmäßige Versammlung nichtreligiöser Menschen weltweit. Er soll laut Statut mindestens einmal alle fünf Jahre abgehalten werden, regelmäßig finden sie aber seit über zehn Jahren in dreijährlichem Rhythmus statt. Der letzte internationale Kongress der IHEU fand vom 8. bis 10. August 2014 in Oxford statt. Der 20. Kongress sollte 2017 in São Paulo (Brasilien) durchgeführt werden, wurde aber im Februar 2017 vertagt.

In jährlichem Rhythmus werden Generalversammlungen von Vertretern der in der IHEU zusammengeschlossenen Organisationen abgehalten.

Internationaler Feiertag

Am 21. Juni 1986 wurde in Oslo der World Humanist Day als internationaler humanistischer Feiertag ins Leben gerufen. Er geht zurück auf eine lange Tradition von Organisationen nichtreligiöser Menschen in den Vereinigten Staaten und knüpft an das astronomische Ereignis der Sommersonnenwende an. Als Feiertag soll er dazu dienen, das Bewusstsein für die Bedeutung von humanistischen Ideen und Überzeugungen in der Öffentlichkeit zu verbessern, für sie zu werben und in Gemeinschaft zu feiern.

Eine gesetzliche Gleichstellung mit den Feiertagen von Religionsgemeinschaften gab es erstmals 2014 in Berlin, wo der internationale humanistische Feiertag in die Ausführungsvorschrift zur Schulbesuchspflicht der Senatsverwaltung aufgenommen wurde. Schüler können sich somit am 21. Juni vom Schulbesuch beurlauben lassen.

Persönlichkeiten

Zu den Vorsitzenden und Präsidenten gehörten Mihailo Markovic, Paul Kurtz, Vern Bullough und Levi Fragell sowie Roy Brown. Erster Präsident der IHEU war, neben dem damals außerdem gewählten Vorsitzenden des Dachverbandes, Julian Huxley.

Geschichte

Die IHEU wurde am 26. August 1952 auf Initiative Julian Huxleys während des ersten World Humanist Congress in Amsterdam gegründet.

(Auszüge aus Wikipedia)

Quelle: www.wikipedia.de

Link: https://humanists.international/