Das Fliegende Spaghettimonster

Das Fliegende Spaghettimonster

Religion oder Religionsparodie?

Autor: Daniela Wakonigg

Herausgeber: alibri Verlag

Erschienen: 2017

145 Seiten

bwohl erst vor einem Jahrzehnt gegründet, ist die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters (FSM) ein sehr erfolgreicher Anbieter im religiösen Supermarkt. Pastafari, wie ihre Anhänger genannt werden, finden sich mittlerweile weltweit. In einigen Ländern war ihr Kampf um die Gleichberechtigung bereits erfolgreich, so dass die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters sich Privilegien erstritten hat, die in der Regel den Religionsgemeinschaften vorbehalten waren. So darf sie in Neuseeland rechtsgültige Trauungen durchführen, und in ersten deutschen Kommunen finden sich Schilder, auf denen die wöchentlichen Termine der Nudelmesse – neben evangelischem und katholischem Gottesdienst – angekündigt werden.

Doch ist die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters tatsächlich eine Religionsgemeinschaft? Oder haben wir es mit einer Religionsparodie zu tun?

Interview mit Daniela Wakonigg

Das Fliegende Spaghettimonster: Religion oder Religionsparodie?

Auszug: "...Wir müssen uns klar machen, dass ausnahmslose jede Religion irgendwann im Verlauf der Menschheitsgeschichte entstanden ist und dass sie dabei zutiefst geprägt wurde von den gesellschaftlichen Vorstellungen und Bedürfnissen, die zur Zeit ihrer jeweiligen Entstehung herrschten. Je länger diese Entstehung zurückliegt, desto mehr scheinen sich die Menschen jedoch an den Skurrilitätsfaktor einer Religion zu gewöhnen und über Merkwürdigkeiten ihres Anfangs hinwegzusehen. Je jünger eine Religion ist, desto schwerer hat sie es, auf dem Markt der Religionen Fuß zu fassen. Natürlich auch, weil die etablierten Religionen sie als Sekten oder Spaßreligionen diffamieren, um ihre eigene Stellung auf dem religiösen Markt nicht zu gefährden. Doch es schwingt dabei auch ein anderer Faktor mit. Religionen behaupten von sich ja stets, Zugang zu ewigen Wahrheiten zu haben. Offenbar findet es unser Verstand deshalb nicht besonders überzeugend, wenn eine Religion zu unseren Lebzeiten neu entsteht. Dahinter steckt der Gedanke, dass sie ja schon längst hätte da sein müssen, wenn sie tatsächlich ewige Wahrheiten verkünden würde. Bei Religionen, die vor Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden entstanden sind, ist unser Verstand nicht mehr so kritisch. Denn in unseren Hirnen, die für eine Lebenszeit von maximal 100 Jahren ausgelegt sind, fühlen sich 2000 Jahre schon wie eine Ewigkeit an."

Quelle: www.hpd.de

Mehr über das Fliegende Spaghettimonster: www.wikipedia.org