Evolution des Gewissens

Evolution des Gewissens

Strategien zwischen Egoismus und Gehorsam

Autor: Eckart Voland und Renate Voland

Verlag: S. Hirzel Verlag; Auflage: 1. Auflage 2014 (16. April 2014)

Erschienen: 2014

236 Seiten

Wie alle Lebewesen wurde der Mensch in langen Ausleseprozessen geformt. Damit hat auch sein Gewissen einen biologischen Ursprung; dies scheint der Evolutionstheorie zu widersprechen, denn das Gewissen bremst rücksichtslosen Ellenbogen-Egoismus aus. Eine solche Schwäche produziert aber keine Sieger. Oder doch? Warum also hat sich beim Menschen ein Gewissen entwickelt? Ist es eine strategisch operierende Instanz zur Balance egoistischer und altruistischer Verhaltenstendenzen angesichts gesellschaftlicher Kooperation wie landläufig vermutet wird? Oder liegt seine Funktion in der Intimität des sozialen Nahbereichs? Vieles weist darauf hin, dass die menschliche Moralfähigkeit entstanden ist, als unsere Vorfahren zu gemeinschaftlicher Betreuung der Kinder übergingen und in den Familien neuartige Konflikte, so genannte Helfer-Konflikte entstanden. Wenn diese Hypothese zutreffen sollte, stellt sich die keineswegs triviale Frage, wem eigentlich in einem evolutionären Sinn das Gewissen nützt: seinem Inhaber oder denjenigen, die es formen?

Pressestimmen

"... erlebten wir das Buch als einen fruchtbaren und bereichernden Beitrag zur evolutionstheroretischen und psychologischen Auseinandersetzung mit den Phänomenen von Altruismus, Kooperation und Empathie." Luzerner Stiftung für Umweltinformation Info-Bulletin Nr. 46 Dezember 2014

Prof. Dr. Eckart Voland lehrt Philosophie der Biowissenschaften an der Universität Gießen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören verschiedene Felder der evolutionären Anthropologie, insbesondere Soziobiologie, evolutionäre Ethik und evolutionäre Ästhetik. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen, von denen einige auch in andere Sprachen übersetzt wurden.