Uwe Hillebrand

Uwe Hillebrand (1947).

Der Wolfenbütteler Uwe Hillebrand hat der christlichen Lehre mit einem Buch den Kampf angesagt. "Warum glaubst Du noch?" steht groß auf dem Einband. "Lehren der christlichen Kirchen unter dem Gesichtspunkt der Logik", lautet der Untertitel.

Dass unsere Gesellschaft von Gläubigen geprägt sei, deren Weltbild vor Widersprüchen nur so strotze, wurmt den ehemaligen Chemie-Professor von der Ostfalia-Fachhochschule schon lange. Jetzt hat er seine Kritik zu Papier gebracht.

Hillebrand schreibt seine Entzauberung der Glaubenslehre über weite Strecken nicht wütend, sondern analytisch nüchtern. So könnte es ihm gelingen, den ein oder anderen Christen nicht vor den Kopf zu stoßen, sondern ihn zum Nachdenken anzuregen.

Warum glauben Menschen überhaupt noch, wo doch Organisationen wie die Kirchen längst an Bindungskraft verloren haben? Hillebrand: "Wenn sie als kleines Kind diese Indoktrination erlebt haben, dann ist das drinnen. Sie können gar nicht anders."

Dass zumindest die Bibel den Ahnungslosen Durchblick verschaffe, will der 64-Jährige nicht gelten lassen. Es handele sich um ein Sammelwerk von erfundenen Geschichten. "Die Evangelien sind oft gefälscht, mal wurde etwas hinzugefügt, mal etwas weggelassen", sagt er. Selbst der Vatikan habe 1996 die Evolutionstheorie anerkannt, es sei natürlich nicht mit Adam und Eva losgegangen.

"Auch die Geschichte der Arche Noah gehört in den Bereich der Sagen", heißt es in dem Buch: "Die heutige Theologie geht davon aus, dass deren Bedeutung nicht in ihrem historischen Gehalt, sondern in ihrer theologischen Aussage liegt."

Nur durch ständiges Ruminterpretieren, so die Botschaft des Wolfenbüttelers, halte sich die Kirche noch über Wasser. Doch das sei Selbstbetrug. Hillebrand hofft, dass sich irgendwann die Vernunft noch durchsetzt. Auch sein Buch könnte den ein oder anderen vom Glauben abbringen. Auf jeden Fall aber kann es dabei helfen, den eigenen Glauben zu überprüfen.

Uwe Hildebrandt, 04.07.2011. (www.braunschweiger-zeitung.de)


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