Der große Entwurf

Der große Entwurf

Eine neue Erklärung des Universums

Autor: Stephen W. Hawking, Leonard Mlodinow

Übersetzer: Hainer Kober

Herausgeber: Rowohlt Taschenbuch

Erschienen: 2011

189 Seiten

Der große Entwurf: Eine neue Erklärung des Universums (Originaltitel: The Grand Design) ist ein populärwissenschaftliches Buch der Astrophysiker Stephen Hawking und Leonard Mlodinow über die Möglichkeit einer Weltformel, mit der alle physikalischen Phänomene des Universums sowie dessen Entstehung vollständig erklärt werden können. Die Hauptthese des Buches lautet, dass nach der M-Theorie das Universum ohne den Einfluss eines Schöpfergottes spontan entstanden sein kann und nicht nur eines, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Universen wahrscheinlich ist. Als Schlüssel zum Nachweis dieser Theorie wird die Verbindung von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und der Quantenphysik dargestellt. Die deutsche Ausgabe des Buches erschien im September 2010 als Hardcover.

Inhalt

Ausgangspunkt des Buches ist das Konzept eines modellabhängigen Realismus. Demnach akzeptieren wir ein Erklärungsmodell dann, wenn es Ereignisse treffend vorhersagt. Gleichzeitig ist es aber möglich, dass ein anderes Erklärungsmodell mit fundamental verschiedenen Grundlagen dieselben Ereignisse ebenso treffend vorhersagt. In so einem Fall lässt sich nicht behaupten, eines der Modelle sei realer als das andere, so Hawking und Mlodinow. Diesen Ansatz nutzen die Autoren, um in ihre Einführung einer Theorie von Allem sowohl Theorien der klassischen Physik als auch der Quantenphysik integrieren zu können, obwohl unsere Alltagserfahrungen nur den Erkenntnissen der klassischen Physik entsprechen, der Quantenphysik aber widersprechen.

Grundlage des quantentheoretischen Teils des Buches ist das so genannte Doppelspaltexperiment. Es zeigt, dass kleinste Lichtteilchen auf dem Weg von einem Punkt A nach Punkt B keinem vorhersagbaren Pfad folgen. Der Physiker Richard Feynman folgerte als Erster, dass dies nicht bedeute, die Lichtteilchen des Experiments würden überhaupt keinem Pfad folgen. Nach Feynmans Theorie folgen sie vielmehr allen überhaupt möglichen Pfaden. Hawking und Mlodinow übertragen diesen Gedanken unter Berufung auf den modellabhängigen Realismus aus dem Quantenbereich auf die Kosmologie des gesamten Universums. Demnach hat sich auch das Universum nicht auf einem einzigen determinierten Weg vom Urknall aus entwickelt, sondern gleichzeitig auf allen möglichen Wegen zu einer Vielzahl möglicher Universen. Für die Lösung der Frage, wie alle diese Welten zeitlich und räumlich parallel existieren können, verweisen die Autoren auf die Modelle der Stringtheorie. Die Allgemeine Relativitätstheorie wird zur Auflösung des Problems der Entstehung des Universums herangezogen. Hawking und Mlodinow erklären, dass nach Einsteins Theorie die Zeit in der Phase des Urknalls als räumliche Dimension verstanden werden muss, die nichts mehr mit unserem alltäglichen Zeitverständnis zu tun hat. Die so genannte Raumzeit wird an dieser Stelle analog wie eine geschlossene Oberfläche ohne Rand beschrieben. Die Frage nach dem Beginn der Zeit (wie nach einem Rand) ist in der Argumentation damit hinfällig, weil dieser Beginn genau so wenig bestimmbar ist wie ein Punkt südlich des Südpols.

(Auszüge aus Wikipedia)

Quelle: www.wikipedia.org