Männerbeben

Männerbeben

Das starke Geschlecht kehrt zurück

Autor: Arne Hoffmann

Verlag: Pendo (1. März 2009)

Erschienen: 2009

204 Seiten

Rezension:

Arne Hoffmann portraitiert in seinem Buch "Männerbeben: Das starke Geschlecht kehrt zurück" die Geschichte, Zielsetzung und Vorgehensweise der Männerrechtsbewegung in Deutschland, als deren Exponenten er vor allem die Männerpartei und die Bewegung "Manndat" hervorhebt.

Das Werk untergliedert sich in zwei Teile: Im ersten subsumiert er zunächst die gesellschaftliche Diskussion um Emanzipation und die Stellung des Mannes in der modernen Gesellschaft auf treffende, dabei aber immer neutrale und nicht polemische Art und Weise: Der Mann, so Hoffmann, wurde in der Gesellschaft der westlichen Länder (auch und vor allem in Deutschland) im Zuge der Emanzipation mehr und mehr als minderwertiges und unterlegenes Geschlecht präsentiert, wohingegen Frauen nur noch als Inbegriff aller edlen Tugenden und Vorzüge verklärt wurden. Die Folge davon sei eine soziale Tendenz (Hoffmann nennt es "Hintergrundrauschen" [S. 14]), die bewirke, dass Frauen - auch realerweise, also im Hinblick auf die Vergabe öffentlicher Ämter und Führungspositionen, Stipendien etc. - übervorteilt, Männer benachteiligt würden.

Hierbei besonders bemerkenswert ist, dass Hoffmann wirklich niemals polemisch, sondern immer sachlich argumentiert. Man könnte ja annehmen, dass ein solch sensibles und - fast schon explosiv zu nennendes - Thema durchaus zur Erhitzung der Gemüter führen könnte, doch Hoffmann erliegt dieser Versuchung sichtbar nicht. Klar strukturiert, untermauert er jedes seiner Argumente auch mit einer Vielzahl von Beispielen und man merkt, dass der Autor sich gründlich in die Materie hineinvertieft hat und sich durchaus ein großes Fachwissen und eine beeindruckende Kompetenz angelesen hat.

Auch gefallen hat mir die Schonungslosigkeit, mit der Hoffmann die oftmals stark diskriminierenden Parolen von radikalen Feministinnen kennzeichnet als "Gefasel" (S. 22), das bisweilen stark in extrem radikale Gefilde abzudriften pflegt. Hoffmann plädiert zur besseren Entlarvung radikaler feministischer Texte und Meinungen hier für eine Methode, die er als "Austauschmethode" bezeichnet (und die scheinbar aus der sogenannten "Text- und Diskursanalyse" stammt, S. 11): Man ersetze "das Wort "Männer" [in diesen Texten] durch eine gesellschaftliche Gruppe..., für deren Diskriminierung heutzutage deutlich mehr Sensibilität besteht" (S. 44) und erhält dadurch einen Einblick in die geradezu faschistoide Denkweise, mit der in unserer Zeit an das Thema "Stellung der Geschlechter" herangegangen wird. Immerhin, aus dem Buchtitel "Wenn Männer lügen" würde dann zum Beispiel "Wenn Ausländer lügen" - ich denke, man sieht deutlich, wie das heutzutage wirken würde. Aber: Männer, so Hoffmann, dürfen diskriminiert, verunglimpft und beschimpft werden - so etwas ist zur Zeit salonfähig und ich finde es erschütternd. Umso wichtiger, dass es endlich mal eine Publikation gibt, die ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, darauf aufmerksam macht.

Im zweiten Teil des Buches kommen Menschen zu Wort, die auf die eine oder andere Art und Weise mit der neuen Problematik zu tun haben. Diese Art Vorgehen ist nichts Neues für diesen Autor; wenn man zum Beispiel seine Veröffentlichung über Menschen ohne sexuelle und Beziehungserfahrung ("Absolute Beginner") liest, erkennt man dieses spezielle Schema auch hier. Diese Taktik gibt dem Buch und den darin vertretenen Meinungen einen real-sozialen Hintergrund und bettet die im ersten Teil geäußerten Thesen in einen Kontext ein, der vom Leser gut verstanden werden kann. Hoffmann zeigt auch auf, dass die Männerrechtsbewegungen hierzulande keineswegs noch vollständig in die Kinderschuhen stecken, sondern sich durchaus auf dem Weg zu schlagkräftigen und handlungsfähigen Organisationen befinden (wenngleich auch dieser Report über den Zustand der entsprechenden Bewegungen, Parteien und Initiativen eher indirekt zwischen den Zeilen hindurchscheint, als dass er explizit formuliert und in einem eigenen Kapitel mit behandelt wird).

Ja, was lässt sich zum Schluss als Fazit sagen? Es handelt sich bei dem Buch "Männerbeben" um ein brauchbares, gut fundiertes und angenehm zu lesendes Werk mit einem sehr brisanten Thema, welches in der Öffentlichkeit endlich gewürdig werden sollte. Ich finde es nach wie vor schade, dass die Anliegen von Männern in unserer Gesellschaft schlicht und ergreifend einfach denen der Frauen untergeordnet werden, sodass wir von einer tatsächlichen Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Aber wer weiß, vielleicht wird sich dies eines Tages zum Besseren ändern - jedenfalls hat dieses Buch hier sein Übriges dazu getan. - Jimmy K.