Die Lehre des Unheils

Die Lehre des Unheils

Fundamentalkritik am Christentum

Herausgeber: Edgar Dahl

Verlag: Carlsen Verlag GmbH (September 1998)

Erschienen: 1998

318 Seiten

Edgar Dahl ist schon als Buchautor verschiedener Themen, aber auch als Herausgeber wie bei dem hier vorliegenden Werk guter Zusammenstellungen wie BRAUCHEN WIR GOTT? bekannt. In letztgenanntem finden wir auch einige der Aufsätze und Autoren die hier in DIE LEHRE DES UNHEILS zu finden sind und somit gibt es eine große Überschneidung von ca. 10 Autoren bei insgesamt ca. 25 Autoren bzw. Aufsätzen.

In diesem handlichen Who is who der fachbereichsübergreifenden Zusammenstellung von kirchenkritischen Texten erleben wir renommierte Religionskritiker wie u.a. Deschner, Herrmann, Albert, Mynarek und Buggle. Es finden sich aber auch Autoren aus Wissenschaft, Forschung und Philosophie wie Weinberg, Kanitscheider, Singer und Hoerster. Manche Autoren haben mehrere Aufsätze zu verbuchen und auch Dahl selbst hat einige Texte sowie ein Vorwort beigesteuert.

In 10 bis 20 Seiten langen Aufsätzen widmen sich die o.g. Herren (es ist mit Helga Kuhse leider nur eine Frau dabei!) dem beliebten Thema und stellen meist fest, dass Glaube und Vernunft, Religion und Wissenschaft unvereinbar sind. Angenehm sind die verschiedenen Sichtweisen aus denen das Thema beleuchtet wird. Die zentrale Frage ist, ob es vernünftige oder sinnvolle Gründe gibt an eine (personalen) Gott zu glauben. Generell aus rationaler und philosophischer Sicht, und natürlich auch praktisch aus dem vielen Leid in der Welt (Theodizee-Problem) heraus begründet.

Weitere Fragenkomplexe sind: Sind wir ein Zufall im Universum oder geplant? Ist Religion nur eine List der Gene? Kirche und Todesstrafe. Können die Menschen auch ethisch handeln ohne Religion und brauchen wir wirklich die Versprechung eines ewigen Lebens? Kann man nicht trotzdem ein sinnerfülltes Leben führen? Brauchen wir wirklich die schwarz-weiße Unterscheidung von Gut und Böse und eine Vorstellung von Institutionen wie dem „Jüngsten Gericht“?

Wer also nicht alle Autoren einzeln lesen möchte verschafft sich mit DIE LEHRE DES UNHEILS einen guten Überblick über Stil und Argumentation jedes einzelnen und kann sich dann bei Bedarf vertiefend mit den Werken einzelner beschäftigen.