Madelaine Böhme

Madelaine Böhme (* 1967 in Plowdiw/Bulgarien) ist eine deutsche Geowissenschaftlerin, Paläontologin und seit Ende 2009 Professorin für Paläoklimatologie an der Universität Tübingen. Ihr Spezialgebiet ist die terrestrische Paläoklimatologie.

Werdegang

Madelaine Böhme legte 1986 ihr Abitur in Dresden ab und absolvierte 1987 bis 1992 ein Studium der Geologie am Institut für Geologie der TU Bergakademie Freiberg, das sie Anfang 1993 mit dem Diplom in Geologie abschloss. In den Folgejahren war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geophysik und Geologie der Universität Leipzig, wo sie Anfang 1997 im Fach Geologie-Paläontologie promoviert wurde. Ihre unveröffentlichte Dissertation trägt den Titel Revision der oligozänen und untermiozänen Vertreter der Gattung Palaeoleuciscus (Teleostei, Cyprinidae) Mitteleuropas.

Als post-doc-Stipendiatiatin und Forschungsstipendiatin, ab 2001 im Rahmen einer Habilitationsstelle, arbeitete sie in den Jahren 1998 bis 2006 am Institut für Paläontologie und historische Geologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2003 habilitierte sie sich am Department für Geo- und Umweltwissenschaften mit der Arbeit Paläoklima und aquatische Ökosysteme im Neogen Europas. Seit 2007 ist sie Heisenberg-Stipendiatin der DFG.

Böhme forscht schwerpunktmäßig zur Evolution der frühen Menschen und ihrer Vorläufer und ihre Beziehung zur Klimaentwicklung während der letzten 25 Millionen Jahre. Ihre Studien zur Klimaentwicklung in Europa während des Miozäns wurden in mehreren internationalen Fachzeitschriften publiziert. Sie führte Grabungsprojekte u. a. in Südosteuropa, Vietnam, Laos, Westsibirien und Süddeutschland durch.

Untersuchungen zu Graecopithecus freybergi

2017 untersuchte Böhme zusammen mit einem Forscherteam einen in Griechenland gefundenen Unterkiefer und einen Zahn aus Bulgarien, die dem Vormenschen Graecopithecus freybergi zugeschrieben werden. Die Wissenschaftler datierten die Funde auf ein Alter von 7,175 bzw. 7,24 Millionen Jahre, womit sie älter als der älteste bisher bekannte Vormensch Sahelanthropus seien, der aus Afrika stammt. Dies lässt aus ihrer Sicht den Schluss zu, dass die Abspaltung der Entwicklungslinien von Vormenschen und Schimpansen früher als bisher vermutet im östlichen Mittelmeerraum stattgefunden haben könnte, und nicht wie bisher angenommen in Afrika.

Erstbeschreibung von Danuvius guggenmosi

2019 beschrieb Böhme mit ihrem Team erstmals die 11,62 Millionen Jahre alte ausgestorbene Menschenaffenart Danuvius guggenmosi, die zweibeinig ging.

(Auszüge aus Wikipedia)

Quelle: www.wikipedia.org


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